„Aprendiz“! Mit Musik nach Brasilien

Ein Erfahrungsbericht von Pia Landau über ihre Hospitation beim Instituto Memória Musical Brasileira in Rio de Janeiro, 2015. 

„Reisen ist tödlich für Vorurteile!“ - getreu diesem Motto ging es für mich am 4. August 2015 für zwei Monate nach Brasilien. Genauer gesagt nach Niteroi, einer Art Satellitenstadt der Nachbarstadt Rio de Janeiro. Dort war ich privat bei einer Familie untergebracht.

Meine Reise begann unerwartet mit Problemen. Der Flug von Frankfurt nach Rio wurde wegen technischen Problemen abgesagt. Eine Nacht im Hotel war angesagt. Am nächsten Morgen konnte es dann endlich richtig losgehen. Grace, die Verantwortliche des Hospitationsprogramms in Brasilien, war total spontan und nahm meine verspätete Ankunft gelassen. 

Die ersten drei Tage war ich in dem Haus von Grace untergebracht. Sie konnte fließend Englisch sprechen und somit war die Verständigung überhaupt kein Problem. Nach diesen drei Tagen zog ich dann zu meiner „richtigen“ Gastfamilie. Die Familie nahm mich gleich nett auf und versuchte mir meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. 

Meine Aufgabenfelder in diesen zwei Monaten waren zum einen das Unterrichten von Kindern und Jugendlichen, die neu mit dem Klarinette spielen angefangen hatten. Auch spielte ich in dem Orchester des Musikprogramms „Aprendiz“ mit. Zum anderen arbeitete ich zweimal die Woche in einem Waisenhaus in Niteroi auf der Baby-und Kleinkindstation. 

Während diesen zwei Monaten lernte ich viele neue und interessante Leute kennen. Die Orchestermitglieder kümmerten sich sehr rührend um mich und nahmen mich gleich in ihre Gemeinschaft  mit auf. Einige kauften sich sogar extra englische Wörterbücher nur um mit mir reden zu können! Auch das Unterrichten machte mir super viel Spaß, auch wenn es teilweise an der Kommunikation haperte. Dennoch hatten wir immer viel Spaß gemeinsam und konnten viel voneinander lernen. Ein gemeinsames, öffentliches  Konzert in dem Stadtpark von Niteroi rundete unseren musikalischen Austausch schließlich ab. 

Auch im Waisenhaus herrschte eine sehr gastfreundschaftliche Atmosphäre. Ich war für die Babys und Kleinkinder zuständig. Der Grund hierfür war schlichtweg, dass diese noch nicht sprechen konnten und es so keine allzu großen Probleme bei der Kommunikation gab. Meine Aufgabe war es, mit den Kindern zu spielen, sie umzuziehen, sie zu füttern und mit ihnen und einer weiteren Helferin zur Physiotherapie zu gehen. Es war eine tolle Erfahrung für mich, da  ich vorher noch nie mit Kindern in diesem Alter zusammen gearbeitet habe und ich so noch sehr vieles lernen konnte.

Zwischen meinen „Arbeitstagen“ hatte ich immer auch freie Tage, die mein Gastbruder nutzte, um mir Rio und die Umgebung zu zeigen. Wir machten zahlreiche Ausflüge, Boottouren und Städtebesuche. Natürlich war auch der ein oder andere Strandtag dabei. 

Alles in allem war dieser Austausch eine sehr gute und interessante Erfahrung für mich. Ich habe eine unglaubliche Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit erfahren und würde jederzeit wieder an solch einem Programm teilnehmen.

 

Pia Landau
Hospitantin Internationales  Hospitationsprogramm
djo-Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V.

 

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