Die Menschenwürde der Roma ist ein europäisches Thema

19.06.13

 

Deutsch-Tschechische Wanderausstellung über die Lebenssituation der Roma in Deutschland und Tschechien kann angefordert werden.

Ende Mai veranstaltete die djo-Deutsche Jugend in Europa ein deutsch-tschechisches Jugendseminar zum Thema „Achtung Menschenwürde?! - Die Menschenrechte der Roma in Europa im 20. und 21. Jahrhundert“ in Freiburg und Straßburg. Jugendliche aus Deutschland und Tschechien untersuchten Beispiele von Einhaltung und Verletzung der Menschenrechte von Roma. Dabei war die Menschenwürde der Ausgangspunkt der Diskussion, die die Projektbeteiligten zu diesem Thema sowohl untereinander als auch mit den Vertretern der EU-Institutionen führten. Als Ergebnis des Projektes entstand eine Wanderausstellung.

 

„Roma leben in ganz Europa. Mit der Öffnung der europäischen Grenzen erleben wir einen starken Zuzug von Roma aus Südosteuropa“, erklärt der djo-Bundesvorsitzende Thomas Hoffmann. „Das Projekt sollte den Teilnehmenden Ursachen zeigen, warum diese Menschen ihre Heimat verlassen und wie mit dieser ethnischen Gruppe in Deutschland und Tschechien umgegangen wird. Dabei wurde sehr deutlich, dass auch in Deutschland Roma von Diskriminierung betroffen sind. Die Lebenssituationen in den verschiedenen Ländern sind zwar unterschiedlich, aber die Rechte der Menschen auf Teilhabe, Chancengleichheit und Rechtssicherheit müssen in allen Ländern durchgesetzt werden. Die Menschenwürde ist unteilbar. Deshalb möchten wir durch internationale Jugendprojekte für eine europäische Bewegung zur Anerkennung der Rechte von Roma werben.“

 

„Zwei intensive Tage war die deutsch-tschechische Jugendgruppe in unserer Gruppe in Freiburg zu Gast“, erläutert Tomas Wald, dem Leiter des Roma Büro Freiburg e.V. „Wir konnten ihnen Kontakt und Nähe zu den örtlichen Roma geben und sie gaben uns eine Vielfach-Perspektive aufgrund ihrer internationalen Zusammensetzung. Bei solch einem komplexen und schwierigen Thema helfen (nur noch) multinationale und somit europäische Ansätze klarer zu sehen und Vorurteile abzubauen."

 

Durch das Projekt ist eine Ausstellung entstanden. Diese heißt "(UN)SICHTBAR" / (NE)VIDITELNI" und versucht die Unterschiede der Lebenssituationen der Roma-Minderheiten in Deutschland und in Tschechien zu veranschaulichen. Die Ausstellung kann als Wanderausstellung zum Selbstkostenpreis bei uns angefordert werden (Ansprechpartner: Katrin Gödeke, Tel.: 0049-(0)30-446778-18, 

E-Mail: katrin-goedeke@djo.de 

 
Das Projekt wurde von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" im Programm EUROPEANS FOR PEACE und vom Koordinierungszentrum Deutsch-Tschechischer Jugendaustausch TANDEM gefördert.

 

Berlin, 19. Juni 2013

 

--------------------------------------

Die djo-Deutsche Jugend in Europa ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband, der sich für ein geeintes, demokratisches Europa einsetzt, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Im Rahmen ihrer Jugendarbeit fördert sie die kulturelle Betätigung von jungen Menschen und jungen Zuwanderern als Mittel der Identi­tätsstiftung und Hilfe zur Integration. Die djo-Deutsche Jugend in Europa versteht sich als Dachverband ihrer Landesverbände, von landsmannschaftlichen Bundesgruppen und von Migrantenjugendorganisationen. In der internationalen Jugend- und Kulturarbeit organisiert die djo-Deut­sche Jugend in Europa auf Versöhnung und Verständigung ausgerichtete Austausch- und Begegnungsmaßnah­men.. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind der Einsatz für die weltweite Ächtung von Vertreibungen und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Rechte von Vertriebenen, Flüchtlingen und Migranten.