Förderung von Migranten(jugend)organisationen muss Thema der Koalitionsverhandlungen sein

11.11.13

Die Integration von Menschen mit Migrationshintergrund ist eine der wichtigsten Herausforderung unserer Gesellschaft. Entscheidend für den gesellschaftlichen Zusammenhalt ist die gleichberechtigte Partizipation von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie müssen zur Lösung drängender Fragen, nicht nur in der Integrationspolitik, aktiv mit einbezogen werden. Dafür benötigen Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft feste Ansprechpartner mit denen sie über einen längeren Zeitraum zielgenau Lösungen erarbeiten und Vorhaben umsetzen können.

„Zahlreiche Studien belegen immer wieder, dass Menschen mit Migrationshintergrund bei der Wohnungssuche, der Arbeitsplatzwahl oder bei den Bildungschancen benachteiligt sind“, konstatiert die djo-Bundesvorsitzende Hetav Tek. Auch Migrantenorganisationen haben mit einem strukturellen Nachteil zu kämpfen. Dabei nehmen sie eine wichtige soziale Aufgabe als Ansprechpartner für Politik, Verwaltungen und gesellschaftliche Akteure wahr. Sie vertreten die Interessen ihrer Mitgliedsgruppen, was eine wirksame integrative Wirkung auf diese Gruppen hat. Mit ihnen können ausgewogene und effektive Lösungen für aktuelle gesellschaftliche Probleme gefunden und diese gemeinsam mit den Betroffenen implementiert werden.

„Wir beobachten, dass es für immer mehr Jugendliche Migranten eine Selbstverständlichkeit ist, sich zu engagieren und sie konstruktiv an gesellschaftlichen Prozessen beteiligt sind“, hebt der stellvertretende djo-Bundesvorsitzende Grigo Simsek hervor. „Der Prozess ist natürlich keine Einbahnstraße, alle Seiten müssen sich kulturell öffnen. Darüber hinaus braucht es aber auch konkrete Unterstützungsangebote.“

Eine angemessene Grundförderung von bundesweiten Migrantenjugendorganisationen (MJSO) ist deshalb eine wichtige Weichenstellung, um eine wirksame und effektive Teilhabe von jungen Menschen mit Migrationshintergrund zu ermöglichen.

Hierzu sollten die Erfahrungen des Modellprojektes „Jugend 2014 – Migrantenjugend-organisationen als Akteure der Zuwanderungsgesellschaft“ aufgenommen werden. Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Seit Herbst 2012 werden in Trägerschaft der djo-Deutsche Jugend in Europa fünf bundesweite MJSO beim Aufbau von Jugendverbandsstrukturen begleitet.

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Die djo-Deutsche Jugend in Europa ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband, der sich für ein geeintes, demokratisches Europa einsetzt, in dem der trennende Charakter von Grenzen überwunden ist. Im Rahmen ihrer Jugendarbeit fördert sie die kulturelle Betätigung von jungen Menschen und jungen Zuwanderern als Mittel der Identi­tätsstiftung und Hilfe zur Integration. Die djo-Deutsche Jugend in Europa versteht sich als Dachverband ihrer Landesverbände, von landsmannschaftlichen Bundesgruppen und von Migrantenjugendorganisationen. In der internationalen Jugend- und Kulturarbeit organisiert die djo-Deut­sche Jugend in Europa auf Versöhnung und Verständigung ausgerichtete Austausch- und Begegnungsmaßnah­men.. Weitere Schwerpunkte ihrer Arbeit sind der Einsatz für die weltweite Ächtung von Vertreibungen und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Rechte von Vertriebenen, Flüchtlingen und Migranten.