Leid der Vertreibung, Entrechtung und Zwangsarbeit hat Folgen bis in die heutige Zeit

26.08.11

Am 28. August 1941 gab das Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR per Erlass die Zwangsumsiedlung der Wolgadeutschen bekannt. Innerhalb von Tagen wurden sie in den
Ural, nach Sibirien, nach Kasachstan oder in die mittelasiatischen Republiken deportiert. Sie verloren ihren Besitz, ihre Rechte und durch die harten Bedingungen der Deportation und
durch die nachfolgende Zwangsarbeit tausendfach ihr Leben. Den anderen deutschen Siedlungsgebieten in der Sowjetunion erging es ähnlich. Bis 1955 verblieben die Betroffenen
in ihren Verbannungsgebieten unter Sonderaufsicht und durften auch danach nicht in ihre Heimatgebiete zurück. Deutsche oder Deutscher zu sein, blieb bis in die Endphase der
Sowjetunion ein negatives Stigma und jeder konnte in Schwierigkeiten geraten, sich allzu offen dazu zu bekennen.


„Die Russlanddeutschen wurden unschuldig für den verbrecherischen Überfall Hitlerdeutschlands bestraft“, erklärt der djo-Bundesvorsitzende Thomas Hoffmann. „Ihre
Geschichte darf nicht in Vergessenheit geraten. Nach der Schreckenszeit der Deportation und der Zwangsarbeit folgte eine repressive Politik, die Jahrzehnte andauerte. Aus Angst sprach
man nur noch heimlich Deutsch oder erinnerte an die Geschichte der Familie. Dadurch können die Enkel oft nicht mehr die deutsche Sprache auch wenn sie sich selbst als Deutsche
empfinden. Die Folgen der Repression sitzen tief und die Russlanddeutschen verdienen unsere Hilfe und unser Verständnis ob in Deutschland oder in den Nachfolgestaaten der
Sowjetunion.“


„Die Integration der Russlanddeutschen in der Bundesrepublik Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte“, hebt die Vorsitzende des Verbandes der russischsprachigen Jugend in
Deutschland – JunOst, Maria Klimovskikh, hervor. „Eine Vielzahl von Vereinen und Organisationen der Russlanddeutschen setzen sich für ihre gesellschaftliche Integration ein.
Ihre Arbeit gilt es zu fördern ebenso wie die Arbeit der Organisationen der deutschen Minderheiten in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion, die zunehmend auch eine
Brückenfunktion wahrnehmen zwischen Deutschland und den jeweiligen Ländern. Sie sind in diesem Sinne Botschafter der Versöhnung.“