Unterstützung für die verfolgten Christen im Irak

20.02.08

Die djo-Deutsche Jugend in Europa fordert die Bundesregierung auf, sich stärker für die christlichen Opfer von Verfolgung und Vertreibung im Irak einzusetzen.

 

„Die Situation der Christen als religiöser und ethnischer Minderheit war noch nie sehr einfach in Mesopotamien, als Schnittpunkt sich bekämpfender Reiche im Osten und Westen“, erklärte Grigo Simsek, Vorsitzender des Assyrischen Jugendverbandes Mitteleuropa und Mitglied des djo-Bundesvorstandes. „Dennoch haben die christlichen Gemeinden überlebt. Die Assyrer gehören zu den ältesten Bewohnern Mesopotamiens und die assyrischen Gemeinden zu den ältesten christlichen Gemeinden überhaupt. Sie waren schon christlich, zu einer Zeit als die Europäer noch an die verschiedensten Götter glaubten. Sie bewahren ein wichtiges kulturelles Erbe der gesamten Christenheit. Dieses Erbe droht nun vollständig zerstört zu werden. Die Christen werden bedroht, verfolgt, beraubt, ermordet und vertrieben. Sie sind aufgrund ihres Glaubens Freiwild geworden für religiöse Fanatiker und für kriminelle Banden. Das alles geschieht vor den Toren Europas und eine Reaktion der Europäer bleibt aus.“

 

Seit 2004 sind 46 Anschläge auf Kirchen im Irak verübt worden. Mit jeder Zerstörung einer Kirche ist die Zerstörung der christlichen Gemeinde, die ihr angegliedert ist, verbunden. Betroffene berichten, dass Christen anonyme Drohungen bekommen und sie angewiesen werden, innerhalb von 24 bis 48 Stunden ihren Besitz aufzugeben und das Land zu verlassen. Tun sie das nicht, werden sie angegriffen, ihre Frauen und Töchter vergewaltigt oder ihre Söhne ermordet. Deshalb flüchten die Christen meist überstürzt ohne ihre Habe retten zu können. Dies verschlimmert noch zusätzlich ihre Not. Es sind nicht staatliche Stellen, von denen diese Verfolgung ausgeht, sondern Fanatiker und Kriminelle, die sich auf diese Weise den Besitz, die Wohnungen und Häuser aneignen können. Weder der irakische Staat noch die amerikanische Besatzungsmacht sind in der Lage, die Christen zu schützen.

 

Viele der Christen flüchten nach Syrien und Jordanien, in denen bereits bis zu 300.000 von ihnen unter erbärmlichen Umständen hausen. Viele sind traumatisiert, durch Tod und Verfolgung, sie haben keine Einkünfte, leben in großer Armut und haben keine Zukunftsperspektiven. Es ist höchste Zeit, dass sich die deutsche und europäische Politik mit diesem menschlichen Drama auseinandersetzen und konkrete Hilfen bereitstellen. Dazu gehören: Erstens eine Ausweitung der Hilfsmaßnahmen für die Flüchtlinge in Syrien und Jordanien. Zweitens Aufbauhilfen für Binnenflüchtlinge, die in den Nordirak geflüchtet sind. Drittens leichtere Fluchtmöglichkeiten nach Deutschland für die Familien, die traumatisiert sind und nicht mehr in den Irak zurück wollen. Viertens Garantien für den kurdischen Nordirak, die den rückehrwilligen Flüchtlingen in Syrien und Jordanien, langfristige Zukunftsperspektiven eröffnen.