Arbeit mit Geflüchteten

Die djo-Deutsche Jugend in Europa setzt sich für die weltweite Ächtung von Vertreibungen und das Engagement für die sozialen, politischen und kulturellen Rechte von geflüchteten Kindern und Jugendlichen ein. Die Arbeit mit und für junge Geflüchtete ist eine Querschnittsaufgabe, die unsere Arbeitsbereiche Internationaler Jugendaustausch, Kulturelle Jugendbildung und Integrationsarbeit durchzieht. 

Im Folgenden finden sich Informationen zur Arbeit mit jungen Geflüchteten, Fördermöglichkeiten und Angebote des djo-Bundesverbands zur Unterstützung eigener Projekte. Auch stellen wir verschiedene Projekte und Initiativen der djo-Mitgliedsorganisationen vor. 

Fördermittel und Infos für die Arbeit mit Geflüchteten

Hier finden sich bundesweite und lokale Ausschreibungen für Fördermittel im Bereich "Arbeit mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen". Die Sammlung wird laufend aktualisiert. Wisst ihr von einem Angebot, das hier noch nicht aufgeführt ist? Dann meldet Euch bei:

Sarah Gräf / Koordinatorin Coaching Programm "Grenzenlos Willkommen"
djo-Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V.
Tel:  030/446 77 8-12
sarah-graef@djo.de

 

Raus aus dem Alltag - Landesverband Hessen

Erlebnisbacken, Minigolf und Klettern im Hochseilgarten – ein erlebnispädagogischer Tag brachte im Juli 2017 Abwechslung in den Alltag deutscher und afghanischer Kinder aus dem Raum Fulda.

Musik, Tanz, Theater beim Refugees Welcome Fest

Rund 200 Menschen sind am 28. Dezember in Essen zum Refugees Welcome Fest von „Kurdistans Studenten und Jugend in Deutschland e.V.“ (KSJD) zusammengekommen. Hier trafen sich Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete – fast alle mit kurdischen Wurzeln – zu Musik, Tanz und Theater. Auch bei der Organisation und den Proben für die Aufführungen hatten sich junge Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete gleichermaßen engagiert. Rund 25 junge Frauen und Männer hatten sich ein gutes halbes Jahr auf den großen Tag vorbereitet und eifrig für die Darbietungen in Musik, Tanz und Theater geübt. Das große Refugees Welcome Fest fand im Rahmen des Projekts „Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten“ statt. Der KSJD war bei dem Event der Kooperationspartner des Landesverbands NRW der djo-Deutsche Jugend in Europa.

Rund 95% der Mitglieder von „Kurdistans Studenten und Jugend in Deutschland e.V.“ kamen selbst vor vielen Jahren als Geflüchtete nach Deutschland. Sie kennen die Situation und Herausforderungen, die einem als junger Mensch in einem fremden Land begegnen. Viele Hürden gilt es zu überwinden, um Teil dieser Gesellschaft zu werden. „Aus unserer eigenen Erfahrung als Flüchtlinge, empfinden wir die soziale Ausgrenzung von Geflüchteten und die mangelnden Partizipationsmöglichkeiten als größte Hindernisse für die gesellschaftliche Inklusion“, sagt Ari Saeed. Der heute 23-Jährige kam 2001 als Geflüchteter nach Deutschland und engagiert sich seit längerer Zeit beim KSJD.

Als die Mitglieder des kurdischen Jugendverbandes von den Möglichkeiten des Projekts „Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten“ erfuhren, überlegten sie nicht lange, ob sie sie sich dort einbringen sollen. Schnell stand fest, dass sie ein „Refugees-Welcome-Fest“ mit einem großen Rahmenprogramm veranstalten möchten. „Ein Fest, bei dem Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete sich gleichermaßen einbringen und gemeinsam feiern, kann zumindest einige Barrieren brechen und den gesellschaftlichen Kontakt fördern“, weiß Ari.

 

Gesagt, getan

Die Kontakte zu neu nach Deutschland geflüchteten Jugendlichen ergaben sich schnell. „Da wir bereits seit längerem in der Flüchtlingshilfe tätig sind, kannten wir bereits junge Geflüchtete. Wir gingen aber zusätzlich in die Flüchtlingsunterkünfte der Stadt Essen und stellten unser Projekt vor“, so Ari. Kontakte fanden sich auch über einen Fußballverein, wo Mitglieder des KSJD aktiv sind und beim Training junge Geflüchtete kennen lernten. Vielen sollte die Möglichkeit gegeben werden, sich in dem Projekt einzubringen. „Wir waren nicht darauf ausgerichtet, dass nur Kurden an dem Projekt teilnehmen, wir haben es auch Geflüchteten aus anderen Herkunftsregionen vorgestellt. Wir sind auf alle zugegangen“, berichtet Ari.

Das Geschlecht sowie die Herkunft spielten keine Rolle. Dennoch waren es letztendlich vor allem kurdische Jugendliche, die meisten aus dem Bereich des Nord-Iraks, die an dem Projekt teilnahmen. „Da wir vom KSJD neben Deutsch auch kurdisch sprechen und teils ähnliches erlebt haben – wenn auch einige Jahre früher – fand sich mit den Jugendlichen aus Kurdistan schnell eine gemeinsame Basis“, erklärt der 23-Jährige.

Eigentlich sollte die Zielgruppe in der Altersspanne der 14-28-jährigen Frauen und Männer liegen. Allerdings gab es auch einige Teilnehmer, die jünger waren. „Manche brachten zu den Treffen ihre kleineren Geschwister mit. Und natürlich schicken wir keinen weg, der motiviert ist und Spaß hat. Auch die jüngeren brachten sich richtig gut ein, etwa bei den Proben und der Aufführung unserer Theaterstücke“, sagt Ari.

Eine 25-köpfige Gruppe, zur Hälfte Mitglieder des KSJD und zur anderen Hälfte neu nach Deutschland geflüchtete Jugendliche, organisierten das große Fest. Ein halbes Jahr wurde geplant und geprobt. Sie studierten Musikstücke und Tänze ein und bereiteten zwei kleinere Theaterstücke vor. Rund ein Dutzend Mal traf man sich.

 

Mit schauspielerischem Talent auf aktuelle Fragen und Probleme hinweisen

Eine professionelle Musik- und Theaterpädagogin unterstützte die Gruppe in den Vorbereitungen. Ein Schwerpunkt waren zwei kleinere Theateraufführungen, die einstudiert wurden. Passend zur Jahreszeit befasste sich das erste Theaterstück mit dem Thema Weihnachten. Bei dieser kleinen Aufführung waren es vor allem die Jüngeren, die sich mit Spaß und Kreativität einbrachten. Auf lustige Weise wurde das Weihnachtsfest aus kurdischer Perspektive dargestellt. Was ist Weihnachten? Worum geht es da? Macht man da nur mit, um Geschenke zu bekommen? Viele Mitglieder des KSJD, wie auch die an dem Projekt teilnehmenden Geflüchteten, sind sunnitische Muslime oder gehören der jessidischen Minderheit an. Und doch haben viele der hier in Deutschland lebenden Kurden den Brauch übernommen, sich an Weihnachten gegenseitig zu beschenken. Mit Witz und Selbstironie stellten die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler das Weihnachtsfest aus kurdischer Sichtweise vor.

Im zweiten Theaterstück wurde es politisch. Es ging um das Thema, was alle angeht: Flucht. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler stellten eine Talkshow und eine Pressekonferenz im kurdischen Fernsehen nach und boten dabei eine andere Sichtweise auf das Thema. „In Kurdistan gibt es eine negativ belastetet Diskussion zum Thema Flucht. Es gibt Stimmen, die sagen, man dürfe die Heimat nicht verlassen, sonst könne man das Land nicht verteidigen“, erklärt Ari und fügt hinzu: „Allerdings hört man diese Meinung vor allem von Menschen, die wohlhabend sind und selbst schon längst eine ausländische Staatsangehörigkeit haben; dennoch wollen sie anderen Menschen ihre Meinung und ihren Willen aufdrängen.“ Ari studiert Politikwissenschaften an der Universität Duisburg-Essen und befasst sich seit langem mit den Vorgängen in seinem Geburtsland. „Viele Menschen fliehen vor dem IS aber sie fliehen auch auf Grund der katastrophalen wirtschaftlichen Lage, was auf die Korruption zurückzuführen ist“, spricht er die Gründe offen aus. Die realen Zustände in Kurdistan nahmen die Jugendlichen mit Satire ins Visier. Dabei kritisierten sie verschiedene Aspekte der kurdischen Politik, vor allem die Meinungsfreiheit.

 

Wir machen weiter

Die Theaterstücke und die musikalischen Darbietungen wurden bei dem Fest mit großem Jubel aufgenommen. Wieder einmal zeigte sich: Das intensive Proben hatte sich gelohnt. Das Refugees Welcome Fest brachte rund 200 Menschen in jedem Alter und verschiedener Herkunft zusammen. Neben den Geflüchteten, die sich schon in der Vorbereitung eingebracht hatten, kamen noch viele weitere zu dem interkulturellen Fest. Herkunft und Religion spielten keine Rolle.

Auch das Orga-Team ist zufrieden. „Das Ganze war megaanstrengend und vor allem organisatorisch eine riesen Herausforderung, hat aber auch sehr viel Spaß gemacht“, gibt Ari offen zu. „Ich war echt nervös, dass alles auch so klappt, wie wir es geplant hatten, etwa mit der Soundanlage, die wir besorgt hatten. Denn darauf waren wir wegen der Musik und der Theateraufführungen besonders angewiesen.“

Das Refugees Welcome Fest war ein Erfolg. Viele neue Geflüchtete nehmen seitdem an Treffen des KSJD teil und finden auf diesem Wege weiteren Zugang in ihre neue Lebenswelt. „Das A und O von Integration und Inklusion ist der persönliche Kontakt“, bringt es Ari auf den Punkt. Man müsse nicht mit jedem eng befreundet sein, aber durch so ein Fest und das gemeinsame Vorbereiten würden Vorurteile und Ängste verschwinden. Erste Kontakte und teils Freundschaften sind entstanden. Alle Mitglieder des KSJD hoffen nun auf eine Verlängerung ihres Projekts. Der Start ist geglückt, man muss aber weiter aufeinander zugehen, sind sie sich einig.

Autor: Dr. Christian Kahl

Foto: KSJD

Sandmalerei "Münster mit meinen Augen"

Ziel des "Grenzenlos Willkommen"-Projekts ist das gegenseitige Kennenlernen von Kindern, die bereits bei Talant e.V. aktiv sind, und neu zugewanderten Kindern aus Münster und der Umgebung. Viele stammen aus Familien, die vor kurzem nach Deutschland geflohen sind. Zusammen lernen sie ihre (neue)  Heimatstadt und künstlerische kreative Methoden kennen.

Bei wöchentlich stattfinden Treffen wurde zunächst die Stadt Münster und ihre Bauten besichtigt und historisch eingeordnet (Dom, Rathaus, weitere Kirchen und prägnante Orte wie z.B. Aasee). Die gesammelten Motive wurden dann mit der Methode der Sandmalerei künstlerisch festgehalten. Die Ergebnisse werden abfotografiert und zum Projektende hin ausgestellt.  Natürlich basteln und malen wir auch mit herkömmlichen  Methoden. Weiterhin steht der Spracherwerb während dieser Freizeitaktivitäten im Fokus. Talant e.V. verfügt über langjährige Erfahrungen im Bereich der Integrationsarbeit und alle Teilnehmer_innen werden durch professionelle Honorar- sowie ehrenamtliche Helfer individuell betreut.

Zum Abschluss ihres Sandmalkurses werden die Kinder ihre Ergebnisse bei einer Ausstellung im "La Vie" präsentieren. Künstlerische Leiterin des Kurses war Frau Leila Novzuzova aus Azerbeidzhan, die auch vor kurzem erst nach Münster gekommen ist und die Kinder mit der Technik des Sandmalens vertraut machte.

 

Kontakt: 

Talant e.V.
Natalia Krukov
Tel: 0175 8178950
talantmuenster@gmail.com

KOMCIWAN "Alans Weg in die Freiheit"

Der junge Alan erzählt von seinen ganz persönlichen Erlebnissen, von dem Tag an als er vor ca. 2 Jahren aus Kobanî fliehen musste, bis zum heutigen Tag in Bremen, wo er eine neue Familie fand: Dîlan und Nîlay vom kurdischen Kinder- und Jugendverein KOMCIWAN Bremen e.V. haben Alan während ihres Engagements in einer Notunterkunft kennengelernt. Alan war ganz begeistert und es ist etwas ganz besonderes, dass er sich heute selbst engagiert und für andere Geflüchtete einsetzt. Alan hat während unserer Winterakademie am Workshop "Animationsfilm" teilgenommen. In diesem konnten unsere Jugendlichen ihrer künstlerischen Ader und Kreativität freien Lauf lassen und haben selbstständig Zeichnungen, Erzählungen und Rap-Einlagen zu diversen Szenen aus Alans Fluchtweg erstellt. Diese wurden vom Workshop-Leiter Dr. Erik Malchow animiert.

Politik und Jugend im Dialog – Das DialogForum

Am 30. September 2015 fand in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin das djo-DialogForum "Politik und Jugend im Dialog - Zur Lebenssituation junger Geflüchteter in Deutschland" statt. 150 Gäste aus Politik, NGO´s und zahlreichen Mitgliedsgruppen der djo-Deutsche Jugend in Europa diskutierten intensiv über aktuelle Fragen der Asylpolitik und insbesondere die Herausforderungen für junge Geflüchtete.

An zehn Thementischen kamen die Teilnehmer_innen schnell ins Gespräch, debattierten Problemlagen, formulierten Lösungsvorschläge und Forderungen an die Politik. Für lebendige Kommunikation sorgte ein Team von Moderator_innen aus bundesweiten djo-Gruppen.

Volker Maria Hügel von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. gab einen umfassenden Einblick in die rechtliche Situation minderjähriger, unbegleiteter Geflüchteter. Eine inhaltliche und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Teilhabe wurde durch Live-Auftritte, Ausstellungsexponate und Filmbeiträge sichtbar:

Ein großes Dankeschön an Break-Chance aus Sachsen-Anhalt, das Roma Büro Freiburg, Komciwan Bremen, die Jugendgruppe grenzenlos des djo-Landesverbands Bayern, an den djo-Landesverband NRW, das Filmprojekt „heimsuchungen“ und das Projekt meinungsmacher.in des djo-Landesverbands Berlin.

Hier gehts zur Bildergalerie

Ergebnisse der Diskussionsrunden

Moderationsworkshop in Berlin

Förderer und Kooperationspartner

 

Empowermentstrategien in der Flüchtlingsarbeit

Die Assyrische Jugend Mitteleuropa (AJM) e.V. und Kurdistans Studenten & Jugend in Deutschland (KSJD) e. V. engagieren sich für geflüchtete Jugendliche – in ihrem direkten Umfeld aber auch über Ländergrenzen hinweg. Sie teilen die Erfahrung, um Angehörige, Familie und Freunde in aktuellen Krisengebieten bangen zu müssen. In Kooperation mit IDA e.V. haben sie im Juli ein gemeinsames Seminar zu Empowermentstrategien in der Flüchtlingsarbeit organisiert. Es war nicht die erste gemeinsame Aktion: Über die djo-Deutsche Jugend in Europa gab es bereits eine Zusammenarbeit von KSJ und AJM im Laufe der Ruhrgames diesen Jahres. Dort wurde ein gemeinsamer Aktionstag zum Thema Flucht und Migration durchgeführt. Darunter waren verschiedene Aktionen wie z.B. Refugees Welcome Mosaik, Theater, Quiz uvm. 

Das Seminar „Empowermentstrategien in der Flüchtlingsarbeit“ fand vom 10.-12. Juni 2015 im Salvador Allende Haus (Oer-Erkenschwick) statt. Über das Wochenende wurden verschiedene inhaltliche Gebiete abgedeckt: Von allgemeinen Inputs zur Flüchtlingspolitik bis hin zu detaillierten themenspezifischen Vorträgen.  Insgesamt haben ca. 25 Jugendliche teilgenommen, darunter sechs geflüchtete Jugendliche aus Syrien. Die Geflüchteten waren erst seit einigen Monaten in Deutschland, daher wurden die Vorträge zwischendurch immer übersetzt.

Die Veranstaltung verfolgte zwei Hauptziele. Ersteres diente dem Informationsaustausch und der Weitergabe von Wissen, um in der Flüchtlingsarbeit selbst aktiv zu werden. Es wurde hierbei auf eine ausgewogene Mischung aus Theorie und Praxis geachtet und Maßnahmen für die eigene Stadt konkret benannt. Vergangene oder laufende Projekte konnten in diesem Zusammenhang vorgestellt und auf jeweilige Hürden hingewiesen werden. Mit vor Ort war auch SOS – Save our Souls (www.1915.de), die einen Vortrag über ihre Arbeit und die aktuelle Lage der Flüchtlinge in Syrien und im Irak gehalten haben. 

Das zweite Hauptziel der Veranstaltung leitet sich aus dem Seminartitel ab. „Empowerment“ (= Ermächtigung) bezeichnet Strategien, mit denen Autonomie und Selbstbestimmung in einer Gruppe oder einer Gesellschaft gefördert werden. Dabei gehören Flüchtlinge in unserer Gesellschaft einer der am meisten marginalisierten Bevölkerungsgruppe an. Es beginnt damit, dass man in einem fremden Land beim Nullpunkt wieder anfangen und eine ganz neue Sprache erlernen muss. In den meisten Fällen lebt man in Angst vor Abschiebung und wirtschaftlich unter dem Existenzminimum. Ganz zu schweigen von Traumata aus Kriegen und Flucht sowie die Konfrontation mit Alltagsrassismus bis hin zu Erfahrungen mit offenem Hass und Gewalt. Angesichts dieser Tatsachen wird die Notwendigkeit von eigenem Empowerment klar ersichtlich. 

Dabei ist der erste Schritt, den Betroffen ihre rechtliche Lage zu erklären – im Klartext: Welche Rechte und Pflichte haben sie in der Bundesrepublik Deutschland? Daraufhin werden sie in soziale Netzwerke und an Institutionen weitervermittelt, die Hilfe leisten können. Während des Seminars gab dafür einen längeren Teil, indem die Geflüchteten Fragen an die Referent_innen stellen konnten.

Insgesamt war die Veranstaltung sehr gelungen. Nicht nur aufgrund der vielen interessanten Inputs, sondern vor allem aufgrund der Erfahrung, dass man gemeinsam mit Geflüchteten aktiv wird. Die Atmosphäre war sehr angenehm und entspannt, so dass sich auch viele neue Freundschaften entwickelt haben und wir einen zweiten Teil der Veranstaltung anstreben.

Die Veranstaltung wurde von AJM e.V. und KSJD e.V.  in Kooperation mit  IDA e.V. und dem djo-Landesverband NRW durchgeführt.

Ari Saeed
Kurdistans Studenten & Jugend in Deutschland (KSJD) e. V.

Break-Chance und Break-Grenzen

Anfang letzten Jahres boten sieben Mitglieder des Magdeburger Tanz-und Künstlerkollektivs „Flowjob“ einige Workshops in Breaking an (die Bezeichnung der zur Hip Hop-Kultur gehörenden Tanzkunst, weitgehend bekannt unter der Fremdbezeichnung „Breakdance“). Kinder der Flüchtlingsunterkunft konnten daran kostenfrei teilnehmen. Daraus sind im letzten  Jahr zwei Projekte entstanden: Break-Chance und Break-Grenzen.

In Zusammenarbeit mit der Integrationshilfe Sachsen-Anhalt e.V. unterrichtet die Gruppe im Projekt  Break-Chance überwiegend syrische Kinder und Jugendliche kostenfrei im Einewelt Haus Magdeburg sowie auf dem Urbanen Gelände Werk 4. Break-Grenzen  ist der Titel für das anfänglich von der Aktion Mensch Stiftung geförderte Inklusions-Projekt bei dem zehn besonders talentierte und ambitionierte Kinder mit und ohne Fluchthintergrund zu einer Nachwuchstanzgruppe gecoacht und gemanaged werden. 

"Lets break" ist dabei nicht nur der Aufruf zum Tanzen, sondern bedeutet sinnbildlich das Niederreißen von gesellschaftlich konstruierten Grenzen, die einen Kontakt zwischen Kindern im Voraus verhindern können.

“Ich möchte den Kindern die Möglichkeit geben, sich zu entfalten und an gute Leute zu kommen. ”, sagt Alexander Wassilenko, Tanzlehrer und Gründer des Projekts, „Wir sind der Meinung, dass Hip Hop ein kleines Miniaturuniversum ist, wo es die gleichen Probleme und Chancen wie in der Außenwelt gibt – wo man Erkenntnisse und Einsichten über das Leben sammeln und im Alltag anwenden kann.”

Ende des Jahres gewann der Tanzkurs  „Break Chance“ den 1. Platz des Integrationspreises Sachsen-Anhalt e.V. in der Kategorie "Willkommenskultur". Ein halbes Jahr später war der Schock groß, als bekannt wurde, dass drei der Preisträger zusammen mit ihrer Familie nach Serbien abgeschoben werden sollen. Die Flowjob Crew Magdeburg unterstützt die drei Brüder und ihre Familie mit einer Petition und organisierte im Rahmen des Kunstfestivals „Sinnlichkeit“ eine Tanzperformance und Ausstellung zum Thema Flucht und Abschiebung. 

Flowjob versteht sich überwiegend als eine sozial engagierte Initiative, die die Elemente und Potenziale der Subkultur Hip Hop zur Verwirklichung sozialpädagogischer Ziele nutzbar und modifizierbar macht. Sie gehen an Schulen und bieten Workshops zu bestimmten Schwerpunkten an, bspw. Anti-Rassismus, Demokratie und Gewaltprävention, sie performen für Parteien mit anti-rassistischen Intentionen oder organisieren Ringvorlesungen und Bildungsveranstaltungen.

Langfristige Ziele der Gruppe sind Identitätsbildung, Stärkung von Sozialkompetenzen und das Gefühl, ein ernst zu nehmender und willkommener Teil einer Gemeinschaft zu sein. Die Gruppenleiter wollen den Kindern und deren Eltern auf Augenhöhe begegnen und die gemeinsame Zeit als Möglichkeit für Erfahrungs-und Kompetenzaustausch verstehen. 

 

Sarah Gräf / djo-Bundesverband
Alexander Wassilenko / Flowjob

 

Kontakt: 

www.flowjob.jimdo.com
Tel: 0176/ 726 32 126
E-Mail: flowjobtribe@googlemail.com

Foto: Nadja Boltes

Engagement in Geisenhausen - ein Spielenachmittag

Im Januar 2015 kam der djo-Landesverband Bayern in Landshut zum alljährlichen Landesjugendtag zusammen. Um sich ein Bild der Lebenssituation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen machen zu können, wurde eine Exkursion in eine Gemeinschaftsunterkunft in Geisenhausen organisiert.

In dieser sollte mit Hilfe des ehrenamtlichen Engagements der djo-Deutsche Jugend in Europa ein Spielenachmittag ermöglicht werden. Der Migrationshintergrund vieler djo-Mitglieder und das Vorhandensein entsprechender Sprachkenntnisse erleichterte dabei die erste Kontaktaufnahme mit den Flüchtlingen.

Im großen Saal der Gemeinschaftsunterkunft konnten anschließend verschiedenste Spiele stattfinden. Neben etwa dreißig Kindern und Jugendlichen haben auch viele Eltern und junge Erwachsene mit Begeisterung teilgenommen. Nach zwei Stunden waren Teilnehmer_innen wie Veranstalter_innen komplett ausgepowert aber glücklich über den Erfolg.

Im Verein „Buntes Miteinander“, der die Organisation der Gemeinschaftsunterkunft in Geisenhausen übernimmt, hat die djo-Deutsche Jugend in Europa einen hervorragenden Kooperationspartner gefunden. Im Nachgang der Veranstaltung konnten wichtige Kontakte geknüpft werden, so dass sich aus diesem sensationellen Spielenachmittag hoffentlich eine nachhaltige Kooperation entwickeln wird. 

Die Situation von geflüchteten Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, ist in Bayern von großer Benachteiligung und gesetzlichen Einschränkungen geprägt. Chancengerechtigkeit wird dadurch ausgeschlossen, die Zukunfts- und Lebensperspektiven stark beschränkt. Nach dem Besuch der Gemeinschaftsunterkunft verabschiedete der djo-Landesverband Bayern deshalb eine Resolution zur aktuellen Flüchtlingssituation. Unter anderem fordern sie die Teilhabe von geflüchteten Kindern durch den informellen Bildungssektor und außerschulische Aktivitäten, die Abschaffung der Verpflichtung in Gemeinschaftsunterkünften zu leben und die Sicherstellung psychologischer Betreuung für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Der djo-Landesverband Bayern übernimmt auch weiterhin Verantwortung und erarbeitet einen Aktionsplan zur Flüchtlingsthematik welcher konsequent umgesetzt wird. Flüchtlingsgruppen und Initiativen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, werden beitragsfrei aufgenommen und eine Vernetzung von jungen Geflüchteten mit den VJM (Vereinigung Junger Menschen mit Migrationshintergrund) gefördert.

Zur Resolution: www.djo-bayern.de

 

Kontakt: 

djo-Landesverband Bayern
Tel: 089/821 27 62
Mail: djo-bayern@t-online.de

 

               

Coaching Programm "Grenzenlos Willkommen"

Im Coaching-Programm "Grenzenlos Willkommen" helfen wir dir dabei, dein (erstes) Projekt inhaltlich zu konzeptionieren und eine geeignete finanzielle Förderung zu finden und zu erhalten. Bei Bedarf unterstützen wir dich natürlich auch Schritt für Schritt bei der Umsetzung. 

 

DEINE PROJEKTIDEE

Du möchtest ein Projekt realisieren, bei dem Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen aktiv und kreativ werden? Dich für Empowerment von geflüchteten Kindern und Jugendlichen einsetzen? Du engagierst dich bereits in einer Jugendgruppe und bist auf der Suche nach geeigneten Fördermöglichkeiten für eure Projektideen? Oder du möchtest mit jungen Menschen aus deiner Umgebung aktiv werden, um eine Jugendinitiative auf die Beine zu stellen, und brauchst noch Unterstützung? Dann bist du hier richtig!

 

PROJEKT- & FÖRDERBERATUNG

Der Schwerpunkt unserer Beratung liegt auf der Förderaktion "Noch viel mehr vor" der Stiftung Aktion Mensch, da diese sich sowohl für Projekteinsteiger_innen als auch für erfahrene Projektemacher_innen als besonders geeignet bewährt hat. 

Mögliche Beratungsthemen sind:

  • Entwicklung einer Projektidee
  • Erstellung eines Förderantrages
  • Verwaltung der Fördermittel im Projekt
  • Erstellung der Abrechnung
  • Auswertung der Projektarbeit

 

KLEINSTPROJEKTFÖRDERUNG ALS STARTHILFE

Für djo-Mitglieder: Zusätzlich zum bisherigen Angebot stärken wir ehrenamtliche Initiativen für, mit und von geflüchteten Jugendlichen aus der djo-Deutsche Jugend in Europa mit der Vergabe von zehn Kleinstprojekt-Förderungen (jeweils 750 Euro) für Projekte, an denen geflüchtete Kinder und Jugendliche beteiligt sind. Die Projekte können durch das Coaching-Programm begleitet und mit einer Antragstellung beim Aktion Mensch-Programm „Noch viel mehr vor“ kombiniert werden. Hier gehts zur Ausschreibung

(Eine Antragsstellung in 2017 ist bis Ende Juli möglich)

 

PROJEKTSCHMIEDEN

Ergänzend zu der Beratung bieten wir Seminare an: unsere Projektschmieden. Bei diesen kannst du Wissenswertes zum Projekt- und Finanzmanagement erfahren sowie uns persönlich kennenlernen. Die Projektschmieden sind auch eine tolle Gelegenheit, sich mit anderen Projektemacher_innen auszutauschen. Es besteht auch die Möglichkeit, uns als Referenten_innen für Projekt- und Finanzmanagement zu einer eurer Veranstaltungen einzuladen. Schreibe uns oder rufe uns an!

 

WAS WAR: 

Projektschmiede "Aktion Mensch" (30.04.15 - 03.05.15 in Himmighausen)

Projektschmiede "Aktion Mensch" (08.07.2016 - 10.07.2016 in Himmighausen)

Projektschmiede "Vielfältig aktiv!" (28.04.-01.05.2017 in Himmighausen)

 

 

PUBLIKATION ZUM COACHING-PROGRAMM

Im Rahmen der Publikation "vielfältig aktiv" der djo-Deutsche Jugend in Europa werden sowohl erfolgreich durchgeführte Projekte aus der Vergangenheit vorgestellt als auch Informationen für die Umsetzung eigener Projektideen gegeben, so dass der Leser einen guten Einblick in die Projektarbeit, Antragsstellung und Konzeption erhält.

 

Das djo-Coaching-Programm wird gefördert von:

Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

 

Kontakt:

Sarah Gräf
Koordinatorin Coaching-Programm "Grenzenlos Willkommen"
Tel.:  030/446 77 8-12
sarah-graef@djo.de

B´shayno Paderborn e.V. gegründet

Mitte März haben sich rund 30 Jugendliche und junge Erwachsene mit und ohne Fluchterfahrung im St. Liborius Forum in Paderborn zusammengefunden, um einen Verein für gemeinnützige und gesellschaftliche Zwecke zu gründen. Die meisten Mitglieder haben einen assyrisch/aramäischen Hintergrund. Dabei ist etwa die Hälfte der Anwesenden in Deutschland geboren, die andere Hälfte lebt erst seit einiger Zeit in Deutschland. Diese Jugendlichen mussten aus ihrem ursprünglichen Heimatland Syrien fliehen. Die Gründungsmitglieder lernten sich im Rahmen des Projekts „B’shayno.Willkommen.“, welches in Kooperation der djoNRW und des AJM vor eineinhalb Jahren gestartet wurde, kennen. Die Aktion Mensch fördert das Projekt.

Ziel des Projektes ist vor allem die Förderung der gesellschaftlichen Inklusion der jungen Geflüchteten, welche durch das gemeinsame Planen und Durchführen verschiedener sozialer und kultureller Aktionen verwirklicht wird. Die Jugendlichen und Geflüchteten, die durch das Projekt Freundschaften geschlossen haben, freuen sich, da die Vereinsgründung bedeutet, nachhaltig an den Strukturen der Verbände (djoNRW e.V. und AJM e.V.) partizipieren zu können. Das Projekt „B’shayno.Willkommen.“ ist auf drei Jahre ausgerichtet und endet Ende 2018.

Über alles wurde gemeinsam abgestimmt

An dem Sonntag der Vereinsgründung wurde nach einem gemeinsamen Frühstück zunächst die Vereinssatzung besprochen. Über bestimmte Punkte, wie zum Beispiel eine Altersgrenze und die konkreten Ziele des Vereins stimmten die Gründungsmitglieder demokratisch ab. Auch der Name des Vereins spielte an dem Nachmittag eine wichtige Rolle. Es gab mehrere Vorschläge, letztlich konnten sich die Mitglieder auf den Namen „B’shayno Paderborn e.V.“ einigen, da dieser die größte Verbindung zum gleichnamigen Projekt hat. B’shayno ist ein assyrisch/aramäisches Wort und bedeutet übersetzt „Willkommen.“ Im Anschluss an die demokratischen Abstimmungen wurde ein Vorstand, der aus sieben Personen besteht, gewählt. Der erste Vorstandsvorsitzende ist Martin Aslan, zum zweiten Vorstandsvorsitzenden wurde Hasan Hanna gewählt.

Optimistisch in die Zukunft

Frisch gewählt ist Martin Aslan gespannt auf die nächsten Monate: „Es freut mich sehr, dass wir den Schritt gewagt haben, den Verein B’shayno Paderborn e.V. zu gründen. Inzwischen sind wir alle zu einer großen Familie zusammengewachsen. Ich sehe ein hohes Interesse und auch viel Potential bei den Jugendlichen, die ehrenamtlich bei B’shayno viele Projekte gemeinschaftlich organisiert haben und blicke mit großer Erwartung und Zuversicht in eine noch erfolgreichere Zukunft.“

Der neue Vorstand und die anderen Mitglieder freuen sich sehr über die erfolgreiche Gründung des Vereins. Sie haben viele Ziele und sind darauf gespannt, diese in Zukunft gemeinsam umzusetzen. Natürlich sind jederzeit junge Menschen, die dem Verein beitreten oder unterstützen wollen, bei B’shayno Paderborn e.V. herzlich willkommen.

Wer mehr über den neu gegründeten Verein erfahren, die Mitglieder kennenlernen oder selbst Mitglied werden möchte, wendet sich bitte an den 1. Vorstandsvorsitzenden Martin Aslan (aslanmartin@aol.de) oder per Whatsapp an Nora Liebetreu: 0176 31 70 45 53, die die Anfrage gerne weiterleitet.

Dr. Christian Kahl
djo-Landesverband NRW

Quelle: www.djonrw.de/vereinsgruendung-von-bshayno-paderborn-e-v/

Wasserrugby und Erlebnispädagogik

"Grenzenlos Willkommen" bedeutet in Bosau: Wasserrugby und Stand-Up Paddling. Der djo-Landesverband Schleswig-Holstein organisierte einen Miniurlaub für Jungs aus einer Unterkunft in Eutin.

B'Shayno.Willkommen. – Ein Projektstart

„B'shayno.Willkommen.", legt in 2016 richtig los!  Das Interesse und Engagement der Jugendlichen ist hoch und es haben schon zahlreiche Veranstaltungen stattgefunden.

Jugendgruppe „grenzenlos“ am Bodensee

Gestrandet am Bodensee: Für manche ein Urlaubsparadies, für andere Zwischenstation im Übergangsheim. 20 Jugendliche aus den aktuellen Krisenregionen der Welt versuchen zwischen Kuhweide und Segelstrand ein neues Leben zu beginnen. Weit weg die Familie, kaum jemand der die eigene Sprache spricht. Die ehrenamtlichen Organisator_innen der Jugendgruppe „grenzenlos“ nehmen Kontakt auf – wer möchte einen Ausflug machen, braucht Unterstützung, möchte Leute kennenlernen? Die Gruppe bietet einen Anker im oft tristen und komplizierten Alltag – hier kann man einfach jung sein. Zusammen tanzen, kochen, lachen und die deutsche Sprache ausprobieren. Ein Höhepunkt in diesem Sommer das Zeltlager am Fluss – lange Abende am Lagerfeuer, Workshops, Gemeinschaft erleben und den nächsten Highlight vorbereiten: Eine Reise nach Berlin zum DialogForum am 30.9.15. 

Kontakt: 

djo-Landesverband Bayern
Tel: 089/821 27 62
Mail: djo-bayern@t-online.de

Assyrischer Volkstanz in Berlin

Sonntagabend in Berlin-Schöneberg. Aus dem geöffneten Fenster eines Nachbarschaftzentrums schallt mitreißende Musik. Die Jugendgruppe des AJM e.V. (Assyrischer Jugendverband Mitteleuropas) lädt hier wöchentlich zum Tanzworkshop ein. Mit dabei sind junge Berliner_innen  aus assyrischen Familien und Jugendliche, die in den letzten Monaten aus Syrien geflüchtet sind. Hier finden sie vertraute Klänge. Assyrischer Volkstanz steht auf dem Programm. Manche Schritte sind neu, wie so vieles im Leben der jungen Leute. Die gemeinsame Sprache verbindet – Kontakt Vernetzung und Unterstützung entsteht. Beim anschließenden Tee werden neue Aktionen geplant, Freundschaften gepflegt und immer wieder ernste Themen diskutiert: Viele Verwandte sind im Kriegsgebiet in Gefahr, die Familien zum Teil in der ganzen Welt verstreut. Sonntagabend in Schöneberg: Ein kleines Stück Heimat in der Fremde. 

Assyrischer Jugendverband Mitteleuropas e.V. 
 

Kontakt:

AJM e.V.
Tel: +49 (0) 5251 2843040
Mail: info@ajm.qolo.de

www.quolo.de

Aktionsgruppe Save Our Souls

Die Aktionsgruppe Save Our Souls 1915.de wurde 2014 durch den Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa e.V. (AJM) gegründet. Durch bundesweite Demonstrationen, Schweigemärsche und Aktionen machen sie auf die Verfolgung und Ermordung von Christen durch die islamischen „IS“-Truppen im Irak und Syrien aufmerksam und setzen sich für eine Schutzzone im Siedlungsgebiet der Minderheiten ein. 

Kämpfen gegen das Vergessen: Im Jahr 2015 jährt sich der Beginn des Völkermords an den Armenier_innen, Assyrer_innen, Aramäer_innen, Chaldäer_innen und Pontos Griech_innen zum 100. Mal. Nach den aktuellen Ereignissen in Syrien und dem Irak durch die Terroristen des sogenannten „IS“ und anderen islamisch-fundamentalen Organisationen geschieht derzeit erneut ein Völkermord vor den Augen der internationalen Weltgemeinschaft. Wieder trifft es die Christen in der Region. Vor unseren Augen wird nicht nur ein ganzes Volk entwurzelt und eine Region entvölkert, sondern auch ein sehr wichtiger Teil unserer Menschheitsgeschichte vernichtet. Auch andere Christen, Eziden und weitere Minderheiten stehen vor der Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat und teilen dasselbe Leid. 

Dieses Leid können wir als Aktionsgruppe von Save Our Souls 1915.de nicht aufhalten. Jedoch können wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um den Flüchtlingen Hoffnung zu geben. Auf eine Zukunft  und Rückhalt. Deshalb sammeln wir Spenden, um mit internationalen Hilfsorganisationen vor Ort, wie der Assyrian Aid Society (AAS), die Not der Flüchtlinge zu lindern und sie mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Außerdem setzen wir uns auf unterschiedlichste Art und Weise dafür ein, für eine Schutzzone im Siedlungsgebiet der Minderheiten zu werben, damit das Menschheitserbe der Assyrer/Chaldäer/Aramäer und Eziden erhalten wird. Die letzten Verbliebenen, deren Zahl einige Hunderttausende beträgt, haben sich überwiegend in den Norden des Irak und der sogenannten Ninive-Ebene zurückgezogen. Es gehört zum Kernland dieser Urbevölkerung mit einer über 7.000 jährigen Geschichte. Der Schutz durch die kurdischen Peschmerga ist nur eine temporäre Lösung, Übergriffe gab es in der jüngsten Vergangenheit leider häufiger.

„Deshalb ist unsere internationale Forderung die Ninive-Ebene als Schutzzone zu erklären und durch UN-Blauhelme schützen zu lassen. Die Menschen sehnen sich nach Frieden in der Region. Eine Aufstockung von Flüchtlingskontingenten ist nicht die Lösung des Problems. Wir brauchen eine internationale Schutzzone für die Ninive-Ebene!“


Petrus Atalay, Projektleiter von der Arbeitsgruppe Save Our Souls 1915.de.

 

Hier eine Auswahl der bundesweiten Aktionen:

 

SOS-Spendenaktion 
Im Frühjahr haben SOS-Aktivisten ein Waffel- und Infostand in Dortmund und Düsseldorf aufgebaut, um für Flüchtlinge in den Krisenregionen im Nahen Osten wie Irak und Syrien Spenden zu sammeln.
Weiter wurden Passaten hier auch über die Missstände im Nordirak und Syrien und über die Situation der geflüchteten Menschen informiert.

Soforthilfe für das Khabour-Gebiet 
Save Our Souls konnte aufgrund der gesammelten Spenden 5.000 € Soforthilfe für die Flüchtlinge im Khabour-Gebiet zur Verfügung stellen. Die Soforthilfe wird dem sogenannten “Mutwa Amaya d’Matwatet Khabour” (z.dt. Volksrat der Khabour-Dörfer) zur Verfügung gestellt und hauptsächlich für die medizinische Versorgung eingesetzt.


SOS-Medienschulung 
Bei der Medienschulung haben die Jugendlichen von SOS ihren Fokus auf künftige Aktionen gesetzt. Aufgrund der Ereignisse in Khabour/Syrien sehen sie sich in der Pflicht zu handeln. Weitere Themen waren das 100 jährige Gedenken des Völkermords (Seyfo), eine Twitter-Schulung, Presse-Schulung und die Ausweitung humanitärer Hilfe in den Flüchtlingsgebieten.

Kundgebungen
Im August 2014 organisierte SOS – Save our Souls an bundesweit 14 Standpunkten Kundgebungen und Informationsveranstaltungen, bei denen Passanten über die Verfolgung und Ermordung von Christen durch die islamischen „IS“-Truppen aufgeklärt wurden. 

 

Projekte des Roma Büros Freiburg

Das Roma Büro Freiburg e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation von derzeit zumeist Roma-Kriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aber auch  aus Rumänien und Bulgarien.  Der Verein setzt  sich mit verschiedenen Projekten, Kursen und Unterrichtsangeboten für die Selbstgestaltung des eigenen Lebens und gegen eine Alimentierung ein. Ein Kommentar zur aktuellen Situation geflüchteter Menschen in Europa von Tomas Wald, Leiter des Roma-Büros:

Im 19. Jahrhundert flüchteten aus Armut, Hungersnot und Verfolgung über 50 Millionen Europäer nach Nordamerika – dagegen geht es auf dem Mittelmeer heute noch ruhig zu. Die Flüchtlinge in Nordamerika waren damals willkommen: das heutige Lampedusa hieß damals  Ellis Island und die Freiheitsstatue „Mother of Exiles“, auf deren Sockel bis heute das Gedicht steht: “Gebt mir eure Müden, eure Armen, eure kauernden Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen“, geschrieben von einer Tochter jüdischer Einwanderer. Der Pionier-Elan der Zuwanderer, sich eine neue Zukunft aufzubauen, wurde gefördert – heute gibt sich Europa als Festung mit hohen Mauern, eine Politik der Abschreckung wird betrieben. Und wenn Flüchtlinge es bis nach Europa schaffen, werden sie auf engstem Raum in Lagern isoliert, ruhiggestellt und bevormundet.

Diese Politik ist gescheitert, das ständige Drama an den europäischen Außengrenzen und die Debatte um ein neues Einwanderungsrecht dominiert seit geraumer Zeit die europäischen Medien. Die Kapazitäten Flüchtlinge unterzubringen sind mittlerweile vielerorts ausgeschöpft. Immer wieder bilden sich informelle, Bretterbuden und Slumsiedlungen in den Ballungszentren.
Wem nützt dies? Zum einen den rechtspopulistischen Bewegungen, dann den Schwarz- und Graumärkten in Europa, wo die Lage der Flüchtlinge ausgenützt sich Arbeitsmärkte mit einem Durchschnittslohn von drei Euro etabliert haben, und zu guter Letzt der Mafia, die sich eine sogenannte „Flüchtlingsbetreuung“ zum Geschäftsfeld macht.
2014 stieg die Zahl der illegal in die EU eingereisten Flüchtlinge um über 150%  – auf der Mittelmeer-Route via Italien um 288 %: hier starben nachweislich mindestens 3.500 Menschen. Das Projekt „Migrant Files“ schätzt die Todesopfer seit dem Jahr 2000 auf 25.000–80.000.

Das 5.000–10.000 Euro teure Fluchtticket nach Europa kann nur der Mittelstand aufbringen, so verlieren die Krisenländer ihre Ärzte, Lehrer, Ingenieure. Die Masse der Flüchtlinge hingegen lebt in den Zelt- und Slumstädten zu Hunderttausenden rund um die Kriegs - und Katastrophenländer: in Pakistan (1,6 Mio.), Iran (0,87 Mio.) Libanon (0,85 Mio.), Jordanien (0,64 Mio.) Türkei (0,60 Mio.), erst an zehnter Stelle kommt als erstes westliches Industrieland die USA mit 260.000.

Der moralischen Frage, inwieweit die Fluchtgründe von den europäischen Industrieländern verschuldet sind – z.B. durch die europäischen Trawler vor der Westküste Afrikas, das kriegerische Eingreifen des Westens im Kosovo, Lybien, Irak, Afganistan, die EU-Agrarsubventionen und die zukünftig wahrscheinlichen Klimafolgen – wird bis heute konsequent ausgewichen. Stattdessen wird die Geste des Mitleids gepflegt – nie aber etwa aus Schuldgefühl für die eigenen Taten. Mitleid ist nicht einklagbar, Taten schon.

Jeder dritte Flüchtling in Deutschland ist ein Kind oder ein Jugendlicher.

Ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Nach Schätzungen leben mehr als 65.000 mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Sie alle brauchen Schutz vor sexuellen Übergriffen, kriminellen Einflüssen und Ausbeutung in den Jobs, schulische Bildung, medizinische Versorgung und wohnliche Privatsphäre. Auch für geflüchtete Kinder gilt die UN-Kinderrechtskonvention. Die Alleingekommenen stehen zumeist unter großem Druck, der Familie „zuhause“ mit Geld und/oder Organisation der Flucht zu helfen. Die Kinder und Jugendlichen werden oft Brückenbauer, Vermittler zur neuen Umgebung und Stützen der Familie. Sie sprechen als erste die Sprache des Ankunftslandes und gewinnen Orientierung im neuen Raum. Oft fühlen sie sich für die ganze Familie verantwortlich. Sie sprechen zwei bis drei Sprachen und sehen trotz Überforderung, Leid und Stress meist optimistisch in die Zukunft. Sie sind die Helden, die heute die großen Probleme von morgen lösen.

Tomas Wald / Büroleiter
Roma Büro Freiburg e.V.

 

Kontakt: 

Roma Büro Freiburg e.V.
Tel: 0151 46518600
Mail: roma.buero.freiburg@t-online.de

Junge Jesiden in Niedersachsen

Seit dem Frühjahr 2014 arbeitet der djo-Landesverband Niedersachsen mit der Jugend- und Familieninitiative Ciwan e.V. zusammen. Die Mitglieder dieser kurdischsprachigen Gruppe sind vor einigen Jahren nach Deutschland geflüchtet und gehören der religiösen Minderheit der Jesiden an. 

Gemeinsam beantragten wir erfolgreich ein Jugendprojekt im Rahmen des BMBF-Programms „Kultur macht stark – Jugendgruppe erleben“, mit dem die Herkunftskultur im Wohnraum Garbsen bei Hannover lebendig erhalten und an die junge Generation weitergegeben werden soll. 
Die Geschehnisse des letzten Jahres bezüglich der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Jesiden im Nordirak durch den „IS“ hat bei der Gruppe tiefe Spuren hinterlassen, da viele von Ihnen Angehörige im Krisengebiet haben. 

Im Zuge dessen wurde die für den Sommer geplante Jugendkulturwoche auf den Winter verlegt und war geprägt von den Eindrücken der Gewalttaten. Die Maßnahmen (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Jugendkulturwoche mit Tanz, Theater und Musik aus der kurdischen Herkunftskultur) haben das Ziel, den Jugendlichen mit Migrationshintergrund die gesellschaftliche Teilhabe durch die Jugendverbandsarbeit aufzuzeigen und sie für ein Engagement im Verein Ciwan e.V. zu motivieren. Die Gruppe der 14- bis 18-Jährigen soll durch die jährlich stattfindende Kulturwoche positiv in ihrer Identität gestärkt werden und sich mithilfe der erarbeiteten Ergebnisse, die jeweils abschließend im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert werden, als ein wichtiger Teil der Gesellschaft empfinden. Langfristig sollen sich die Teilnehmenden mitverantwortlich an den verschiedenen Jugendgruppenangeboten beteiligen. Sie können somit als entscheidende Multiplikator_innen wirken und dabei helfen, Hemmschwellen abzubauen. Während der Jugendkulturwoche werden im Rahmen von Workshops die Proben innerhalb der Disziplinen Tanz, Theater und Musik unter fachlicher Anleitung durchgeführt. Die kurdische Kultur soll in Ansätzen durch die Projektwoche vorgestellt und erlebt werden. Dies soll dazu beitragen, dass die Jugendlichen die Bindung zur Kultur ihres Herkunftslandes aufrechterhalten und als Bereicherung für die Aufnahmegesellschaft erkennen. Neben den tagsüber durchgeführten Proben finden zwei kurdische Themenabende statt. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse der jeweiligen Kulturwoche in Räumlichkeiten mit Bühne für die Öffentlichkeit dargeboten und sowohl kurdische als auch einheimische Bürger der Stadt Garbsen zur Präsentation und interkulturellen Begegnung eingeladen. Es ist beabsichtigt neben dem Ziel „Aufrechterhaltung der kurdischen Kultur“ dazu beizutragen, dass diese Aktivitäten die Verständigung zwischen Deutschen und Kurden nachhaltig positiv beeinflussen! Gemeinsame interkulturelle Aktivitäten der kurdischen und einheimischen Garbsener stehen dabei im Fokus als angestrebtes, zukünftiges Ziel.

Ciwan e.V. selbst initiierte im Oktober 2014 eine Friedensveranstaltung in Garbsen, um ein Zeichen des Miteinanders und der Toleranz zu setzen. Vertreter_innen von vier Religionsgemeinschaften (Jesiden, Bahai, Muslime und Christen) kamen zusammen sprachen und sprachen jeweils ein Gebet. Garbsens damaliger Bürgermeister Alexander Heuer rief dazu auf, den geflüchteten Menschen leer stehende Wohnungen zur Verfügung zu stellen. 

 

Antje Sablotny / Bildungsreferentin
djo-Deutsche Jugend in Europa,
Landesverband Niedersachsen e.V.

 

Kontakt: 

djo-Landesverband Niedersachsen
Tel: 0511-96513-10
Mail: info@djo-niedersachsen.de

www.djo-niedersachsen.de

Förderung für Kleinstprojekte

Aktuelle Ausschreibung 2017: Förderung von ehrenamtlichen Initiativen und Projekten für, mit und von geflüchteten Jugendlichen. Letzte Antragsfrist war der 31.07.2017.

Natur pur - Ein Erlebniswochenende

Vom 14. bis 16. Juli waren wir für ein erlebnispädagogisches Wochende mit Kindern aus Deutschland und Tschetschenien in Porschdorf in der Sächsischen Schweiz unterwegs. Zunächst spielten wir einige Kennenlernspiele, um Namen und Eigenschaften der Teilnehmer_innen einzuprägen.  Nach einem kurzen Abendbrot starteten wir mit dem ersten Teil des Workshops. Dabei wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Ziel war es, Stärken und Schwächen jedes/jeder Einzelnen herauszufinden indem sie diese mithilfe pantomimischer Darstellung präsentierten. Am Ende konnte jeder die Stärken und Schwächen seiner Team-Kollegen vortragen und an einer Schnur befestigen. Diese Schnur sollte uns während des gesamten Aufenthaltes vor Augen führen was wir als Stärken nutzen können und was wir ändern können. Im Anschluss filterten wir durch eine Art „Speed-Dating“ Gemeinsamkeiten heraus. Dafür hatten die Teilnehmer_innen je 30 Sekunden Zeit ein kleines Gespräch zu führen. Interessante Eigenschaften wurden als Gemeinsamkeiten identifiziert, z.B. Vorlieben, wie Schlafen, Farben, Sportaktivitäten, wie Judo und Boxen und vieles mehr. Diese Gemeinsamkeiten sollten die Teilnehmer_innen nutzen, um sich besser kennenzulernen.

Der Samstag begann mit einem Frühstück und dem Zusammenstellen eines Lunchpakets. Da es geregnet hat, konnten wir leider nicht, wie geplant an einem Naturfels klettern. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, uns körperlich zu betätigen. Als Alternative sind wir in den Hochseilgarten nach Königstein gefahren und konnten uns dort auspowern. Die Kinder hatten die Möglichkeit, an Felswänden hochzuklettern, Trampolin zu springen und den Hochseilparcour zu meistern. Einige Teilnehmer_innen hatten noch gar keine Klettererfahrung und Angst vor der Höhe. Obwohl sich alle noch nicht sehr gut kannten, halfen sie sich sofort gegenseitig. Probleme und Zweifel wurden von den Teilnehmer_innen eigenständig beseitigt. Gegen 17 Uhr begann die Vorbereitung des Abendessens. Einige Teilnehmerinnen haben fleißig angepackt und eine gesunde Spaghetti Bolognese gezaubert. Danach wurden Marshmallows am Lagerfeuer gegrillt, bevor es ins Bett ging.

Am Sonntag packten wir unsere Sachen und verließen die Ochelbaude, um unseren Paddel-Guide in Bad Schandau zu treffen. Wir paddelten zunächst 16 km bis Rathen und machten dort eine Grillpause mit Würstchen und Grillkäse. Im Anschluss ging es weiter zur Endtsation in Wehlen. Als alle den Takt verinnerlicht hatten, wurde das Paddeln zu einem entspannten und sonnigen Erlebnis. 

Kommentare der Teilnehmer_innen:

Michelle: Das Paddeln war schön mit den Pausen. Das Klettern ist auch cool gewesen, auch wenn wir nicht an der Felswand klettern durften. Der Workshop hat sehr viel Spaß gemacht!

Karina: Ich fand es schön ein Wochenende in der Ochelbaude zu verbringen und auch, dass Leute dabei waren, die ich schon kannte und auch die ich noch nicht gekannt habe. Ich fand es sehr schade, dass wir nicht im Gebirge klettern konnten, weil es geregnet hat. Und am schönsten war, dass wir uns alle gut verstanden haben und dass schon am ersten Tag wir alle zusammengehalten haben und nie jemanden alleine ließen.

Yasmina: Mir hat die Paddeltour am besten gefallen. Auch das Grillen der Marshmallows war toll.

Deni: Am coolsten war das Klettern. Aber mir hat auch das Lagerfeuer gefallen, da ich Michi beim Anmachen helfen durfte.

 

Marina Ewert /  Haus der Begegnung e.V.
Mitglied im djo-Landesverband Sachsen

 

Ein Projekt aus der Förderung "Grenzenlos Willkommen" der djo-Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V. 

 

Vor der Sprache kommt der Ton - Roma Büro Freiburg

Das Roma Büro Freiburg organisiert gemeinsame Koch- und Musizierabende mit der "Grenzenlos Willkommen"-Kleinstprojektförderung. 

Engagieren? Ja! Mit meinen Kompetenzen und Grenzen!

Mit der Seminarreihe von AJM und dem djo-Landesverband NRW wird vor allem das Ziel verfolgt; Geflüchtete für ihr eigenes ehrenamtliches Engagement zu qualifizieren. Im Fokus des Seminars standen in diesem Zusammenhang insbesondere theaterpädagogische Übungen zu den Themenkomplexen „Kompetenzen“ und „Grenzen“. 

Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten

Der Landesverband NRW der djo-Deutsche Jugend in Europa nimmt an einem Förderungsprogramm teil, das in vielen Kleinprojekten die Integration junger Geflüchteter in Deutschland erleichtern soll. Von April bis Dezember 2016 lernen sich in mehreren Kleinprojekten junge Geflüchtete und nicht-Geflüchtete kennen. Unter der Prämisse „Partizipation“ werden die Angebote nicht ausschließlich FÜR geflüchtete Kinder und Jugendliche initiiert, sondern Projekte sollen MIT ihnen gemeinsam entwickelt und durchgeführt werden.

Derzeit sind im Rahmen des Gesamtprojektes für die djoNRW bereits neun Kleinprojekte offiziell bewilligt. Und schaut man welche Gruppen mit welchem Angebot beteiligt sind, lässt sich erahnen, wie bunt das Programm ist: Neben einer Theatergruppe und einer Folkloregruppe, die neu gegründet werden, locken Sportveranstaltungen, Ausflüge und andere Veranstaltungen die Jugendlichen. Auch ein Sprachkurs wird angeboten. Janna Keberlein und Knavan Gültekin sind die Projektleiterinnen. Als Ansprechpartnerinnen beraten sie die Gruppen und unterstützen bei der Organisation.

Für das Projekt „Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten“ ist der Landesverband NRW der djo-Deutsche Jugend in Europa der richtige Partner. Viele Mitglieder haben selbst Fluchterfahrung und kennen daher die Nöte und Bedürfnisse jugendlicher Geflüchteter. So können etwa der AJM, Komciwan, der KV Bergisch Gladbach oder „Kolonjata“/KV-Köln ihre große Erfahrung in das Projekt mit einfließen lassen. Es steht außer Frage, dass Migrantenjugendselbstorganisationen (MJSO) für die Integration aber auch für die Identitätsbildung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund besonders wichtig und geeignet sind.

Manche Projekte werden von mehreren Kooperationspartnern angeboten. So führt der KV-Köln der djoNRW in Kooperation mit dem DRK Köln und Sunugal e.V. eine Reihe von Bildungs- und Freizeitveranstaltungen durch. Zielgruppe sind junge Geflüchtete zwischen 10 und 27 Jahren, die in der DRK-Flüchtlingsnotunterkunft in Köln leben. Diese Erstanlaufstelle beherbergt zur Zeit rund 200 Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und anderen Ländern, überwiegend Familien mit Kindern und junge Frauen. Daniel Pesin, Ansprechpartner dieses Kleinprojektes und Vorstandsmitglied der djoNRW, ist froh, dass das Angebot genehmigt wurde. „Trotz vieler Bemühungen sind die meisten Kinder und Jugendlichen im Laufe des Tages unbeschäftigt und sich selbst überlassen. Ihre Bewegungsfreiheit und die Möglichkeiten ihrer Freizeitgestaltung sind sehr eingegrenzt. Es fehlt an Fachkräften und Mitteln, um ein erfülltes und nachhaltiges Tagesprogramm anzubieten.“

Ein anderes Programm, das die djoNRW Gruppe Komciwan anbietet, nennt sich „Teilhabe durch Govend“. Govend ist ein Kreistanz, der aus der kurdischen Kultur stammt. Die Teilnehmer des Miniprojektes, geflüchtete und nicht-geflüchtete Jugendliche, sollen gemeinsam die Vielfalt der kurdischen Kultur und Folklore kennenlernen und ausleben. „Durch mehrere Auftritte innerhalb des Jahres soll das Erlernte einem größeren Publikum vorgestellt und zugeführt werden, um so die Gruppendynamik zu stärken“, erklärt Ronas Karakas, der Verantwortliche dieses Miniprojekts.

Die Förderung des gesamten Projektes erfolgt aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen. Das Projekt wurde vom Landesjugendring (LJR) bewilligt. Eine Vorgabe für das Großprojekt „Jugendverbandsarbeit mit jungen Geflüchteten“ ist, dass die Angebote der einzelnen Miniprojekte gemeinsam von jungen Geflüchteten und nicht Geflüchteten wahrgenommen werden. Denn das gesamte Projekt verfolgt das Ziel nicht nur Aktivitäten für Geflüchtete anzubieten, sondern sie gut und nachhaltig in die bestehenden Angebote zu integrieren und an ihnen teilhaben zu lassen.

Dr. Christian Kahl 
djo-Landesverband NRW

 

Foto: Daniel Pesin (re.) als Stadtführer durch Köln beim Jugendaustausch mit Kiev. In dem neuen Projekt engagiert er sich in einer Kölner Flüchtlingsnotunterkunft (Quelle: djoNRW.de)

Escape Europe - Ein Projekt von KOMCIWAN

Kurdische Jugendliche machen sich stark für mehr Mitspracherecht an der europäischen Flüchtlingspolitik! Das Thema „Flucht und Vertreibung“ betrifft junge Kurd_innen in Deutschland sehr direkt. Viele junge Menschen, die bei KOMCIWAN e.V. mitwirken, haben eigene Fluchterfahrungen. Andere haben Verwandte im Irak oder in Syrien, welche in den letzten Jahren zu Flüchtlingen geworden sind. Auch die Zahl der Asylsuchenden in Deutschland und in der EU steigt wieder deutlich. Angesichts der aktuellen Situation (z.B. Pegida-Bewegung) kommt es immer wieder zu Situationen, in denen Geflüchteten offener Hass entgegenschlägt.

Mit unserem Projekt wollen wir nicht nur Solidarität mit Flüchtlingen zeigen, sondern uns fundiert zur europäischen Flüchtlingspolitik informieren und mit Expert_innen und Entscheidungsträger_innen auf diesem Gebiet in einen strukturierten Dialog treten. Wir empowern damit junge Menschen, insbesondere solche mit eigener Fluchterfahrung und unterstützen sie dabei ein selbstverantwortliches Leben führen zu können. Ihr Eintreten für eine humane Flüchtlingspolitik in Europa soll in Politik, Verwaltung und Jugendhilfe stärker berücksichtigt werden!

Die Jugendlichen erkunden im Rahmen von drei bundesweiten Bildungsmaßnahmen europäische Aspekte der Flüchtlingspolitik und ihre Auswirkungen auf das Leben von jungen Flüchtlingen und ihren Familien und dokumentieren ihre Ergebnisse im Rahmen von zwei Filmen und einem Theaterstück.

Filmprojekt „Der Teufelsweg“

Junge Filmemacher_innen aus Afghanistan, Deutschland und dem Libanon produzierten im Sommer 2015 den Kurzfilm „Der Teufelsweg“. Ihr Blick auf Flucht und Ankommen zeigt eine generationsübergreifende Erfahrung: Immer wieder müssen Menschen ihre Heimat verlassen, gefährliche Wege beschreiten und um Anerkennung ringen. 

Der Film ist auf Vimeo zu sehen: https://vimeo.com/158754931

 

Das Projekt wurde unterstützt vom Fonds Soziokultur und Alex TV.

 

 

Ruhrgames "Flucht und Migration"

Am 6. Juni 2015 haben wir als djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband NRW e.V uns im Rahmen der Ruhrgames mit dem Thema Flucht und Migration beschäftigt und durch verschiedene Aktionsformen unsere Sicht auf die Thematik präsentiert. Mit dabei waren folgende Mitgliedsorganisationen und Kooperationsparten: AJM - Assyrische Jugendverband Mitteleuropa e.V, Theater RIF Bergisch Gladbach und KSJD - Kurdistans Studenten und Jugend in Deutschland e.V. 

Dabei präsentiert KSJD in drei Etappen ein Theaterstück auf der Bühne, welches sich mit der Flucht über das Mittelmeer, Angriffe auf Flüchtlingsunterkünften und Rassismus beschäftigt. Anschließend  gab es noch Folklore Tanz und Gesang um die kulturelle Bereicherung durch Migration und Geflüchtete zu unterstreichen. Die Duisburger Gruppe von AJM bereitete zeitgleich ein Mosaik mit einem „Refugees Welcome“-Schriftzug  auf einer großen Styroporfläche vor. An dem Nebentisch konnten die Besucher die Fahnen der Herkunftsländer von Geflüchteten ausmalen und anschließend als Teil des Mosaiks anheften. Währenddessen präsentierten die Jugendlichen von Theater RIF ihre in Straßentheater verarbeitete Sicht. Mit teilweise Provokanten Schauspiel gingen sie unter die Besucher und machte so auf die Probleme und Strapazen der Flucht aufmerksam.

An unserem djo-Stand konnten die Besucher ihr Wissen testen und an einem Quiz über Fakten und Zahlen zum Thema Flucht teilnehmen. Die Teilnehmer erhielten alle eine Postkarte, auf die sie eine Botschaft an Geflüchtete schreiben konnten. Anschließend wurden alle Postkarten mit Hilfe von Helium-Luftballons in den Himmel befördert.

Alles in einem war der Aktionstag ein voller Erfolg und wir haben viele tolle Eindrücke gesammelt. Mit noch mehr Motivation und Erfahrung wollen wir uns auch in Zukunft mit dem Thema beschäftigen. Wir sehen es nämlich als unsere moralische Verantwortung, uns für die schutzsuchenden und hilfsbedürftigen unserer Gesellschaft einzusetzen als auch die Menschen vor Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenhass zu schützen.

Autor: Ari Boyer Saeed

 

Kontakt:

djo-Landesverband NRW
Telefon: 02103 69484
E-Mail: info@djonrw.de
www.djonrw.de

"Save our souls" Interview mit Rani

"Save our souls" Interview mit Rani

Interview von Antonia Goldhammer mit Rani Al Dano aus dem Irak anlässlich der Spendenaktion „Save our souls“ in München, im Frühjahr 2015. Eine Aktion des Assyrischen Jugendverband Mitteleuropas, AJM e.V.

 

Kontakt:

SAVE OUR SOULS – 1915.de e.V.
E-Mail: info@1915.de
www.1915.de

"Fluchtpunkte" - KOMCIWAN Winterakademie

Vom 25. bis 30. Dezember 2014 fand im sonnigen-kalten Cuxhaven die KOMCIWAN-Winterakademie "Fluchtpunkte" statt. Die einzigartige Landschaft des winterlichen Wattenmeers bildete die Kulisse für die Beschäftigung mit wichtigen Themen, die uns alle ganz unmittelbar betreffen.

Thematisch stand neben der kurdischen Kultur hauptsächlich das Thema ,,Flüchtlinge“ im Vordergrund, was vor allem an der aktuellen Situation in Süd- und Westkurdistan liegt. Durch die Präsenz des „IS“ sind zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Besonders stark betroffen sind die Jesiden, welche von den Anhängern des „IS“ als ,,Teufelsanbeter“ angesehen und verfolgt werden. Dieser thematische Schwerpunkt wird auch in unserem auf der Akademie vorgestellten Jahresmotto 2015 aufgegriffen: ,,Weg in die Freiheit? Grenzenlos willkommen!"

Den ersten Abend unserer Akademie begannen wir mit einer kurzen Programmvorstellung und mit diversen Spielen zum Kennenlernen. Die folgenden Tage beinhalteten in der ersten Tageshälfte Bildungsseminare zu den Themen ,,Flüchtlingspolitik der EU“, ,,Entwicklung der kurdischen Presse in Nordkurdistan und der Türkei“, ,,kurdische Sprache und Sprachgeschichte“, ,,Antidiskrimierung“ sowie ,,Situation der jesidischen Flüchtlinge“.

In der zweiten Tageshälfte erarbeiteten die Teilnehmer_innen in kleinen Workshops zu verschiedenen Themen Inhalte, welche sie dann am letzten Abend auf kreative Art und Weise präsentierten. Die Teilnehmenden konnten je nach Interesse zwischen verschiedenen Workshops, z.B. zu den Themen ,,Flüchtlingshilfe“, ,,kurdische Sprache“, ,,Govend“, ,,Mitgliedergewinnung“ wählen.
Abgerundet wurde das Programm durch gemeinschaftliches Singen und Tanzen sowie durch zahlreiche Spiele an den Abenden, bei denen die Teilnehmer_innen sich besser kennenlernen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Schlussendlich können alle auf eine gelungene Winterakademie zurückblicken, auf der sie viel dazu gelernt, viele Bekanntschaften gemacht haben und viel mitnehmen.

Kathrin König / Büroleiterin
Kurdischer Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V.

 

Kontakt:

Kurdischer Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V.
Tel: 030 / 684 09 276
Mail: info@komciwan.eu 

www.komciwan.eu