Junge Jesiden in Niedersachsen

Seit dem Frühjahr 2014 arbeitet der djo-Landesverband Niedersachsen mit der Jugend- und Familieninitiative Ciwan e.V. zusammen. Die Mitglieder dieser kurdischsprachigen Gruppe sind vor einigen Jahren nach Deutschland geflüchtet und gehören der religiösen Minderheit der Jesiden an. 

Gemeinsam beantragten wir erfolgreich ein Jugendprojekt im Rahmen des BMBF-Programms „Kultur macht stark – Jugendgruppe erleben“, mit dem die Herkunftskultur im Wohnraum Garbsen bei Hannover lebendig erhalten und an die junge Generation weitergegeben werden soll. 
Die Geschehnisse des letzten Jahres bezüglich der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Jesiden im Nordirak durch den „IS“ hat bei der Gruppe tiefe Spuren hinterlassen, da viele von Ihnen Angehörige im Krisengebiet haben. 

Im Zuge dessen wurde die für den Sommer geplante Jugendkulturwoche auf den Winter verlegt und war geprägt von den Eindrücken der Gewalttaten. Die Maßnahmen (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Jugendkulturwoche mit Tanz, Theater und Musik aus der kurdischen Herkunftskultur) haben das Ziel, den Jugendlichen mit Migrationshintergrund die gesellschaftliche Teilhabe durch die Jugendverbandsarbeit aufzuzeigen und sie für ein Engagement im Verein Ciwan e.V. zu motivieren. Die Gruppe der 14- bis 18-Jährigen soll durch die jährlich stattfindende Kulturwoche positiv in ihrer Identität gestärkt werden und sich mithilfe der erarbeiteten Ergebnisse, die jeweils abschließend im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert werden, als ein wichtiger Teil der Gesellschaft empfinden. Langfristig sollen sich die Teilnehmenden mitverantwortlich an den verschiedenen Jugendgruppenangeboten beteiligen. Sie können somit als entscheidende Multiplikator_innen wirken und dabei helfen, Hemmschwellen abzubauen. Während der Jugendkulturwoche werden im Rahmen von Workshops die Proben innerhalb der Disziplinen Tanz, Theater und Musik unter fachlicher Anleitung durchgeführt. Die kurdische Kultur soll in Ansätzen durch die Projektwoche vorgestellt und erlebt werden. Dies soll dazu beitragen, dass die Jugendlichen die Bindung zur Kultur ihres Herkunftslandes aufrechterhalten und als Bereicherung für die Aufnahmegesellschaft erkennen. Neben den tagsüber durchgeführten Proben finden zwei kurdische Themenabende statt. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse der jeweiligen Kulturwoche in Räumlichkeiten mit Bühne für die Öffentlichkeit dargeboten und sowohl kurdische als auch einheimische Bürger der Stadt Garbsen zur Präsentation und interkulturellen Begegnung eingeladen. Es ist beabsichtigt neben dem Ziel „Aufrechterhaltung der kurdischen Kultur“ dazu beizutragen, dass diese Aktivitäten die Verständigung zwischen Deutschen und Kurden nachhaltig positiv beeinflussen! Gemeinsame interkulturelle Aktivitäten der kurdischen und einheimischen Garbsener stehen dabei im Fokus als angestrebtes, zukünftiges Ziel.

Ciwan e.V. selbst initiierte im Oktober 2014 eine Friedensveranstaltung in Garbsen, um ein Zeichen des Miteinanders und der Toleranz zu setzen. Vertreter_innen von vier Religionsgemeinschaften (Jesiden, Bahai, Muslime und Christen) kamen zusammen sprachen und sprachen jeweils ein Gebet. Garbsens damaliger Bürgermeister Alexander Heuer rief dazu auf, den geflüchteten Menschen leer stehende Wohnungen zur Verfügung zu stellen. 

 

Antje Sablotny / Bildungsreferentin
djo-Deutsche Jugend in Europa,
Landesverband Niedersachsen e.V.

 

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