Projektstart in Sachsen: Geöffnet. Für alle.

Wenn an einem Wochenende junge Menschen aus verschiedenen Richtungen und mit verschiedenen Perspektiven zusammen kommen, braucht dies Mut, Neugierde und Tatendrang. Am Freitag, den 09.06.2017 haben Geflüchtete und Nicht-Geflüchtete aus Leipzig und dem Leipziger Umland diese Eigenschaften vereint und sind gemeinsam zu einem ersten Kennenlernwochenende im Rahmen eines neuen Projekts des djo-Landesverbandes Sachsen nach Grethen im Landkreis Leipzig aufgebrochen.

 

Geöffnet. Für alle. – unter diesem Namen bietet der djo-Landesverband Sachsen seit Anfang des Jahres ein neues Angebot der interkulturellen Jugendarbeit in der Messestadt. In enger Kooperation mit der Jugendinitiative „Jugendclub IUVENTUS“ bildet das Projekt einen Grundstein für junge Menschen mit und ohne Fluchterfahrung zur selbstbestimmten gesellschaftlichen Partizipation und Teilhabe. Das Herzstück bilden dabei die Mikroprojekte, in denen sich die jungen Menschen ausprobieren, entdecken und verwirklichen können.

 

Auf dem Wochenende in Grethen haben sich die Teilnehmer_innen kennen gelernt und in kleinen Gruppen zusammen gefunden. Unter den Prämissen „Grenzen überwinden“ und „Austausch fördern“ wurden folgende Projektideen entwickelt:

  • Das Schattentheater – für Menschen mit erschwertem Zugang zu kulturellen Angeboten
  • Die Box of Inspiration – ein Kunstprojekt im öffentlichen Raum, welches Eindrücke über unterschiedliche Alltage vermittelt
  • Das „Musik braucht keine Sprache“-Fest mit Tanzworkshops und Musik aus verschiedenen Kulturkreisen
  • Der Spot Light-Youtube-Chanel – mit Humor gegen Stereotypen und als Plattform für Alltagserfahrungen junger Menschen mit Fluchterfahrung in Leipzig
  • Der No-Masters-Plan – eine Veranstaltungsreihe, zur Aufklärung über sexuelle Vielfallt und Diskriminierung
  • Der Infopunkt – eine Informations-Veranstaltung für in Leipzig lebende syrische Studieninteressierte
  • Der interkulturelle Spieleabend – Was spielst du? Was spiele ich?

 

Auf der institutionellen Ebene bietet das Projekt Geöffnet. Für alle. bestehenden Einrichtungen und Akteuren der Jugendarbeit Unterstützung bei ihrem Öffnungsprozess gegenüber jungen Menschen mit Flucht- und/oder Migrationserfahrung. Vor allem im Umland der Stadt sehen sich engagierte Menschen zum Teil stark ablehnenden Strukturen gegenüber. Nichtsdestotrotz oder grade auch deswegen, leisten einige wenige Organisationen einen unverzichtbaren, richtigen und wichtigen Beitrag zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe junger Menschen. Hier entstehen Ideen und Orte, die es überhaupt erst ermöglichen, dass sich Personen ungeachtet ihrer persönlichen Geschichte aktiv in die Gesellschaft einbringen können. Daher arbeiten wir in engem Austausch mit diesen Organisationen zusammen.

 

Manchmal braucht es einen Impuls, Vertrauen oder Sicherheit, um sich zu entscheiden, aktiv etwas zu bewegen. Egal ob in der Stadt, auf dem Land oder irgendwo dazwischen, die Richtung aus der man kommt, sollte nie die Richtung vorgeben, in die man gehen wird.

 

Selbstbestimmung zu fördern, um sich frei bewegen zu können, ist das Ziel des neuen Projektes in Leipzig. Und so kehrten am Ende des Projektwochenendes zehn junge Menschen zurück nach Leipzig, die alle etwas gemeinsam hatten: Mut, Neugierde, Tatendrang und die gemeinsame Idee, eigenständig durch Aktivität etwas verändern zu wollen – Geöffnet. Für alle.!

 

Das Projekt wird gefördert durch den Freistaat Sachsen im Rahmen des Landesprogrammes Integrative Maßnahmen.

 

David Marx / Projektkoordination „Geöffnet. Für alle.“

djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband Sachsen e.V.