#gesichterderdjo / Kawin Ali von Komciwan e.V.

Lieber Kawin, erzähl uns doch zu Beginn ein bisschen darüber, wo du lebst, wo du herkommst und was du machst. 

Hallo, ich heiße Kawin und ich komme aus der Stadt Qamishlo aus dem syrischen Teil Kurdistans. Seit ein paar Jahren wohne ich in Hannover. Ich habe mich Anfang 2019 mit meiner eigenen Firma MK Transporter selbstständig gemacht. Wenn ich nicht arbeite, dann bin ich ehrenamtlich aktiv. 

Am wichtigsten sind mir in meinem Leben meine Familie und mein Land Kurdistan. 

Wo engagierst du dich ehrenamtlich? Und seit wann? 

Als ich 15 Jahre alt war, habe ich angefangen, mich ehrenamtlich im Bereich Politik und Demokratie zu engagieren. Gemeinsam mit meistens älteren Engagierten habe ich Angebote für Jugendliche betreut und vorbereitet. Als ich nach Deutschland gekommen bin, habe ich nach ein paar Monaten angefangen, an einer Schule ehrenamtlich zu arbeiten. Ich habe in den Deutsch- und Sprachkursen Unterstützung angeboten und war als Konfliktmanager aktiv. 

Seit Ende 2016 bin ich Mitglied beim Kurdischen Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V. 2017 wurde ich in den Vorstand gewählt. 

Und wie kam es dazu, dass du dich ehrenamtlich engagieren wolltest? Wie bist du zur djo – Deutsche Jugend in Europa gekommen?

 
Der Grund dafür, dass ich angefangen habe, mich bei KOMCIWAN zu engagieren war, dass ich wissen wollte, wie die kurdischen Jugendlichen in Deutschland ehrenamtlich arbeiten. Zudem war mein Ziel, genau wie in Kurdistan, auch in Deutschland aktiv zu bleiben, um die kurdische Kultur zu schützen. Ich möchte auch andere Jugendliche dazu motivieren, sich zu engagieren und sich für ihre Kultur einzusetzen und ihre Identität frei zu entfalten. 

Zur djo – Deutsche Jugend in Europa bin ich über KOMCIWAN gekommen. Seit 2019 bin ich im Vorstand der djo – Deutsche Jugend in Europa. 

Was möchtest du mit deinem Ehrenamt noch erreichen? 

Ich möchte möglichst viele Jugendliche dazu anregen, politische Verantwortung in Deutschland, Kurdistan und der Welt zu übernehmen. Ich bin der Meinung, dass sich die Jugendlichen nicht genug engagieren und es auch unter den Erwachsenen zu wenige gibt, die sich politisch interessieren und einsetzen. Wir sind alle dafür verantwortlich, was in der Welt passiert. Deswegen finde ich, dass sich möglichst viele Menschen dieser Verantwortung stellen sollten – z.B. durch ehrenamtliche Jugendverbandsarbeit. 

Vielen Dank für das Interview!