„Wie deutsch fühlst du dich heute?“

Dieser und weiteren Fragen gingen 14 Berliner Jungen und Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren auf dem 3tägigen Camp des Projekts „meinungsmacher.in“ im Brandenburgischen Neuendorf nach. Über die Medien Fotografie und Theater setzten sich die Teilnehmer.innen in Workshops mit ihrer eigenen Identität auseinander. Im Mittelpunkt stand dabei das Zusammenspiel von Selbst- und Fremdwahrnehmung. Die Jugendlichen haben u.a. Wurzeln in Russland, Bulgarien, Deutschland und der Türkei. In dieser Mischung entwickelten sie ganze neue Perspektiven auf sich selbst und ihre Welt. Zunächst wurden im Theaterworkshop unter der Leitung von Helen Lauchart die Grundlagen des Theaters vermittelt und die Darstellung der eigenen Persönlichkeit sichtbar gemacht. 

Am zweiten Tag schulte die Fotografin Anja Schäfer die Jugendlichen in der Aufnahme von Portraits. Unter dem Motto „Viermal ich!“ sollten sich die Teilnehmer.innen mit der eigenen Person auseinandersetzen. Wie sehe ich mich? Wie sehen mich andere? Wie meine Familie? Und wie meine Freunde? Die dabei entstandenen Fotos überraschen durch ihre Vielfalt und Originalität. „Ich bin kein Macho! Aber alle sehen mich als einen!“ kommentierte einer der Teilnehmer das Ergebnis. Diese Impulse wurden in einem theoretischen Workshop über Identität aufgenommen und verdichtet. Über Gespräche und Diskussionen arbeiteten die Jugendlichen die verschiedenen Ebenen der Identität heraus: Religion, Geschlecht, sozialer Status, Interessen und Bildung.Mit theoretischem und praktischem Werkzeug ausgestattet, reiste die Gruppe am letzten Tag zurück nach Berlin, um hier Meinung zu machen und die Öffentlichkeit mit ihren Ideen zu beeinflussen. 

Vielfalt funktioniert!

„Noch nie habe ich gesehen, dass eine Gruppe so schnell so gute Aktionen produziert!“ kommentierte Helen Lauchart, die schon in zahlreichen theaterpädagogischen Projekten gearbeitet hat. Die jungen Meinungsmacher.innen stellen fest: Die Frage nach Heimat und dem Deutsch-sein ist heute schwer zu beantworten. Sie reicht weit über die Klischees von Pünktlichkeit, Bier trinken und Angela Merkel hinaus. Nun liegt es an ihnen dieser Erkenntnis Taten folgen zu lassen. Erste Ideen sind eine gemeinsame Ausstellung, Theater und Aktionen in der Berliner Öffentlichkeit und Kurzfilme zum Thema. 
Anders als viele Erwachsene haben die jungen Meinungsmacher.innen einen natürlichen Umgang mit ihrer Herkunft. Sie kennen keine Unterschiede zwischen Aus- und Inländer, sondern wachsen in einer vernetzen Welt auf, in der Unterschiedlichkeit zur Normalität gehört. Jetzt geht es darum diese Meinung auch anderen Menschen zu vermitteln. 

(Quelle: Pressemitteilung Projekt meinungsmacher.in)

 

Kontakt: 

Maria Degenstein, Projektleiterin, Tel.: 030 288 86 77 70, Mail: maria@meinungsmacher.in
Torsten Fischer, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: 0176 245 235 06, Mail:torsten@meinungsmacher.in

 

Hintergrund:

meinungsmacher.in ist eine Projekt der inklusiven Medienpädagogik. Gemeinsam mit jungen Menschen mit Zuwanderungsgeschichte werden Themen erarbeitet, die die Öffentlichkeit bewegen. Die Medien berichten zu oft eindimensional über Jugendliche mit Migrationshintergrund. Meinungsmacher.in ist zugleich Plattform und Sprachrohr. Hier kommen die Betroffenen selbst zu Wort. Unterstützt werden sie dabei von professionellen Medienschaffenden und migrantischen Vorbildern.

Der Jugendbund djo-Deutscher Regenbogen, Landesverband Berlin e.V. ist ein überparteilicher und überkonfessioneller Jugendverband, der sich für die Rechte und Interessen von Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen einsetzt. Im Rahmen seiner Jugendarbeit fördert er die kulturelle Betätigung von jungen Zuwanderer_innen als Mittel der Identitätsstiftung und Hilfe zur Integration. Er ist ein gemeinnütziger, anerkannter Träger der freien Jugendhilfe und Mitglied der djo-Deutsche Jugend in Europa, Bundesverband e.V.  

 

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