Politik und Jugend im Dialog – Das DialogForum

Am 30. September 2015 fand in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin das djo-DialogForum "Politik und Jugend im Dialog - Zur Lebenssituation junger Geflüchteter in Deutschland" statt. 150 Gäste aus Politik, NGO´s und zahlreichen Mitgliedsgruppen der djo-Deutsche Jugend in Europa diskutierten intensiv über aktuelle Fragen der Asylpolitik und insbesondere die Herausforderungen für junge Geflüchtete.

An zehn Thementischen kamen die Teilnehmer_innen schnell ins Gespräch, debattierten Problemlagen, formulierten Lösungsvorschläge und Forderungen an die Politik. Für lebendige Kommunikation sorgte ein Team von Moderator_innen aus bundesweiten djo-Gruppen.

Volker Maria Hügel von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. gab einen umfassenden Einblick in die rechtliche Situation minderjähriger, unbegleiteter Geflüchteter. Eine inhaltliche und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Teilhabe wurde durch Live-Auftritte, Ausstellungsexponate und Filmbeiträge sichtbar:

Ein großes Dankeschön an Break-Chance aus Sachsen-Anhalt, das Roma Büro Freiburg, Komciwan Bremen, die Jugendgruppe grenzenlos des djo-Landesverbands Bayern, an den djo-Landesverband NRW, das Filmprojekt „heimsuchungen“ und das Projekt meinungsmacher.in des djo-Landesverbands Berlin.

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Ergebnisse der Diskussionsrunden

Moderationsworkshop in Berlin

Förderer und Kooperationspartner

 

Break-Chance und Break-Grenzen

Anfang letzten Jahres boten sieben Mitglieder des Magdeburger Tanz-und Künstlerkollektivs „Flowjob“ einige Workshops in Breaking an (die Bezeichnung der zur Hip Hop-Kultur gehörenden Tanzkunst, weitgehend bekannt unter der Fremdbezeichnung „Breakdance“). Kinder der Flüchtlingsunterkunft konnten daran kostenfrei teilnehmen. Daraus sind im letzten  Jahr zwei Projekte entstanden: Break-Chance und Break-Grenzen.

In Zusammenarbeit mit der Integrationshilfe Sachsen-Anhalt e.V. unterrichtet die Gruppe im Projekt  Break-Chance überwiegend syrische Kinder und Jugendliche kostenfrei im Einewelt Haus Magdeburg sowie auf dem Urbanen Gelände Werk 4. Break-Grenzen  ist der Titel für das anfänglich von der Aktion Mensch Stiftung geförderte Inklusions-Projekt bei dem zehn besonders talentierte und ambitionierte Kinder mit und ohne Fluchthintergrund zu einer Nachwuchstanzgruppe gecoacht und gemanaged werden. 

"Lets break" ist dabei nicht nur der Aufruf zum Tanzen, sondern bedeutet sinnbildlich das Niederreißen von gesellschaftlich konstruierten Grenzen, die einen Kontakt zwischen Kindern im Voraus verhindern können.

“Ich möchte den Kindern die Möglichkeit geben, sich zu entfalten und an gute Leute zu kommen. ”, sagt Alexander Wassilenko, Tanzlehrer und Gründer des Projekts, „Wir sind der Meinung, dass Hip Hop ein kleines Miniaturuniversum ist, wo es die gleichen Probleme und Chancen wie in der Außenwelt gibt – wo man Erkenntnisse und Einsichten über das Leben sammeln und im Alltag anwenden kann.”

Ende des Jahres gewann der Tanzkurs  „Break Chance“ den 1. Platz des Integrationspreises Sachsen-Anhalt e.V. in der Kategorie "Willkommenskultur". Ein halbes Jahr später war der Schock groß, als bekannt wurde, dass drei der Preisträger zusammen mit ihrer Familie nach Serbien abgeschoben werden sollen. Die Flowjob Crew Magdeburg unterstützt die drei Brüder und ihre Familie mit einer Petition und organisierte im Rahmen des Kunstfestivals „Sinnlichkeit“ eine Tanzperformance und Ausstellung zum Thema Flucht und Abschiebung. 

Flowjob versteht sich überwiegend als eine sozial engagierte Initiative, die die Elemente und Potenziale der Subkultur Hip Hop zur Verwirklichung sozialpädagogischer Ziele nutzbar und modifizierbar macht. Sie gehen an Schulen und bieten Workshops zu bestimmten Schwerpunkten an, bspw. Anti-Rassismus, Demokratie und Gewaltprävention, sie performen für Parteien mit anti-rassistischen Intentionen oder organisieren Ringvorlesungen und Bildungsveranstaltungen.

Langfristige Ziele der Gruppe sind Identitätsbildung, Stärkung von Sozialkompetenzen und das Gefühl, ein ernst zu nehmender und willkommener Teil einer Gemeinschaft zu sein. Die Gruppenleiter wollen den Kindern und deren Eltern auf Augenhöhe begegnen und die gemeinsame Zeit als Möglichkeit für Erfahrungs-und Kompetenzaustausch verstehen. 

Alexander Wassilenko / Flowjob

 

Kontakt: 

www.flowjob.jimdo.com
Tel: 0176/ 726 32 126
E-Mail: flowjobtribe@googlemail.com

Foto: Nadja Boltes

Ruhrgames "Flucht und Migration"

Am 6. Juni 2015 haben wir als djo-Deutsche Jugend in Europa, Landesverband NRW e.V uns im Rahmen der Ruhrgames mit dem Thema Flucht und Migration beschäftigt und durch verschiedene Aktionsformen unsere Sicht auf die Thematik präsentiert. Mit dabei waren folgende Mitgliedsorganisationen und Kooperationsparten: AJM - Assyrische Jugendverband Mitteleuropa e.V, Theater RIF Bergisch Gladbach und KSJD - Kurdistans Studenten und Jugend in Deutschland e.V. 

Dabei präsentiert KSJD in drei Etappen ein Theaterstück auf der Bühne, welches sich mit der Flucht über das Mittelmeer, Angriffe auf Flüchtlingsunterkünften und Rassismus beschäftigt. Anschließend  gab es noch Folklore Tanz und Gesang um die kulturelle Bereicherung durch Migration und Geflüchtete zu unterstreichen. Die Duisburger Gruppe von AJM bereitete zeitgleich ein Mosaik mit einem „Refugees Welcome“-Schriftzug  auf einer großen Styroporfläche vor. An dem Nebentisch konnten die Besucher die Fahnen der Herkunftsländer von Geflüchteten ausmalen und anschließend als Teil des Mosaiks anheften. Währenddessen präsentierten die Jugendlichen von Theater RIF ihre in Straßentheater verarbeitete Sicht. Mit teilweise Provokanten Schauspiel gingen sie unter die Besucher und machte so auf die Probleme und Strapazen der Flucht aufmerksam.

An unserem djo-Stand konnten die Besucher ihr Wissen testen und an einem Quiz über Fakten und Zahlen zum Thema Flucht teilnehmen. Die Teilnehmer erhielten alle eine Postkarte, auf die sie eine Botschaft an Geflüchtete schreiben konnten. Anschließend wurden alle Postkarten mit Hilfe von Helium-Luftballons in den Himmel befördert.

Alles in einem war der Aktionstag ein voller Erfolg und wir haben viele tolle Eindrücke gesammelt. Mit noch mehr Motivation und Erfahrung wollen wir uns auch in Zukunft mit dem Thema beschäftigen. Wir sehen es nämlich als unsere moralische Verantwortung, uns für die schutzsuchenden und hilfsbedürftigen unserer Gesellschaft einzusetzen als auch die Menschen vor Rassismus, Ausgrenzung und Fremdenhass zu schützen.

Autor: Ari Boyer Saeed

 

Kontakt:

djo-Landesverband NRW
Telefon: 02103 69484
E-Mail: info@djonrw.de
www.djonrw.de

Engagement in Geisenhausen - ein Spielenachmittag

Im Januar 2015 kam der djo-Landesverband Bayern in Landshut zum alljährlichen Landesjugendtag zusammen. Um sich ein Bild der Lebenssituation von geflüchteten Kindern und Jugendlichen machen zu können, wurde eine Exkursion in eine Gemeinschaftsunterkunft in Geisenhausen organisiert.

In dieser sollte mit Hilfe des ehrenamtlichen Engagements der djo-Deutsche Jugend in Europa ein Spielenachmittag ermöglicht werden. Der Migrationshintergrund vieler djo-Mitglieder und das Vorhandensein entsprechender Sprachkenntnisse erleichterte dabei die erste Kontaktaufnahme mit den Flüchtlingen.

Im großen Saal der Gemeinschaftsunterkunft konnten anschließend verschiedenste Spiele stattfinden. Neben etwa dreißig Kindern und Jugendlichen haben auch viele Eltern und junge Erwachsene mit Begeisterung teilgenommen. Nach zwei Stunden waren Teilnehmer_innen wie Veranstalter_innen komplett ausgepowert aber glücklich über den Erfolg.

Im Verein „Buntes Miteinander“, der die Organisation der Gemeinschaftsunterkunft in Geisenhausen übernimmt, hat die djo-Deutsche Jugend in Europa einen hervorragenden Kooperationspartner gefunden. Im Nachgang der Veranstaltung konnten wichtige Kontakte geknüpft werden, so dass sich aus diesem sensationellen Spielenachmittag hoffentlich eine nachhaltige Kooperation entwickeln wird. 

Die Situation von geflüchteten Menschen, insbesondere von Kindern und Jugendlichen, ist in Bayern von großer Benachteiligung und gesetzlichen Einschränkungen geprägt. Chancengerechtigkeit wird dadurch ausgeschlossen, die Zukunfts- und Lebensperspektiven stark beschränkt. Nach dem Besuch der Gemeinschaftsunterkunft verabschiedete der djo-Landesverband Bayern deshalb eine Resolution zur aktuellen Flüchtlingssituation. Unter anderem fordern sie die Teilhabe von geflüchteten Kindern durch den informellen Bildungssektor und außerschulische Aktivitäten, die Abschaffung der Verpflichtung in Gemeinschaftsunterkünften zu leben und die Sicherstellung psychologischer Betreuung für traumatisierte Kinder und Jugendliche.

Der djo-Landesverband Bayern übernimmt auch weiterhin Verantwortung und erarbeitet einen Aktionsplan zur Flüchtlingsthematik welcher konsequent umgesetzt wird. Flüchtlingsgruppen und Initiativen, die in der Flüchtlingsarbeit tätig sind, werden beitragsfrei aufgenommen und eine Vernetzung von jungen Geflüchteten mit den VJM (Vereinigung Junger Menschen mit Migrationshintergrund) gefördert.

Zur Resolution: www.djo-bayern.de

 

Kontakt: 

djo-Landesverband Bayern
Tel: 089/821 27 62
Mail: djo-bayern@t-online.de

 

               

Projekte des Roma Büros Freiburg

Das Roma Büro Freiburg e.V. ist eine Selbsthilfeorganisation von derzeit zumeist Roma-Kriegsflüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien, aber auch  aus Rumänien und Bulgarien.  Der Verein setzt  sich mit verschiedenen Projekten, Kursen und Unterrichtsangeboten für die Selbstgestaltung des eigenen Lebens und gegen eine Alimentierung ein. Ein Kommentar zur aktuellen Situation geflüchteter Menschen in Europa von Tomas Wald, Leiter des Roma-Büros:

Im 19. Jahrhundert flüchteten aus Armut, Hungersnot und Verfolgung über 50 Millionen Europäer nach Nordamerika – dagegen geht es auf dem Mittelmeer heute noch ruhig zu. Die Flüchtlinge in Nordamerika waren damals willkommen: das heutige Lampedusa hieß damals  Ellis Island und die Freiheitsstatue „Mother of Exiles“, auf deren Sockel bis heute das Gedicht steht: “Gebt mir eure Müden, eure Armen, eure kauernden Massen, die sich danach sehnen, frei zu atmen“, geschrieben von einer Tochter jüdischer Einwanderer. Der Pionier-Elan der Zuwanderer, sich eine neue Zukunft aufzubauen, wurde gefördert – heute gibt sich Europa als Festung mit hohen Mauern, eine Politik der Abschreckung wird betrieben. Und wenn Flüchtlinge es bis nach Europa schaffen, werden sie auf engstem Raum in Lagern isoliert, ruhiggestellt und bevormundet.

Diese Politik ist gescheitert, das ständige Drama an den europäischen Außengrenzen und die Debatte um ein neues Einwanderungsrecht dominiert seit geraumer Zeit die europäischen Medien. Die Kapazitäten Flüchtlinge unterzubringen sind mittlerweile vielerorts ausgeschöpft. Immer wieder bilden sich informelle, Bretterbuden und Slumsiedlungen in den Ballungszentren.
Wem nützt dies? Zum einen den rechtspopulistischen Bewegungen, dann den Schwarz- und Graumärkten in Europa, wo die Lage der Flüchtlinge ausgenützt sich Arbeitsmärkte mit einem Durchschnittslohn von drei Euro etabliert haben, und zu guter Letzt der Mafia, die sich eine sogenannte „Flüchtlingsbetreuung“ zum Geschäftsfeld macht.
2014 stieg die Zahl der illegal in die EU eingereisten Flüchtlinge um über 150%  – auf der Mittelmeer-Route via Italien um 288 %: hier starben nachweislich mindestens 3.500 Menschen. Das Projekt „Migrant Files“ schätzt die Todesopfer seit dem Jahr 2000 auf 25.000–80.000.

Das 5.000–10.000 Euro teure Fluchtticket nach Europa kann nur der Mittelstand aufbringen, so verlieren die Krisenländer ihre Ärzte, Lehrer, Ingenieure. Die Masse der Flüchtlinge hingegen lebt in den Zelt- und Slumstädten zu Hunderttausenden rund um die Kriegs - und Katastrophenländer: in Pakistan (1,6 Mio.), Iran (0,87 Mio.) Libanon (0,85 Mio.), Jordanien (0,64 Mio.) Türkei (0,60 Mio.), erst an zehnter Stelle kommt als erstes westliches Industrieland die USA mit 260.000.

Der moralischen Frage, inwieweit die Fluchtgründe von den europäischen Industrieländern verschuldet sind – z.B. durch die europäischen Trawler vor der Westküste Afrikas, das kriegerische Eingreifen des Westens im Kosovo, Lybien, Irak, Afganistan, die EU-Agrarsubventionen und die zukünftig wahrscheinlichen Klimafolgen – wird bis heute konsequent ausgewichen. Stattdessen wird die Geste des Mitleids gepflegt – nie aber etwa aus Schuldgefühl für die eigenen Taten. Mitleid ist nicht einklagbar, Taten schon.

Jeder dritte Flüchtling in Deutschland ist ein Kind oder ein Jugendlicher.

Ein Drittel aller nach Deutschland einreisenden Flüchtlinge sind Kinder und Jugendliche. Nach Schätzungen leben mehr als 65.000 mit unsicherem Aufenthaltsstatus in Deutschland. Sie alle brauchen Schutz vor sexuellen Übergriffen, kriminellen Einflüssen und Ausbeutung in den Jobs, schulische Bildung, medizinische Versorgung und wohnliche Privatsphäre. Auch für geflüchtete Kinder gilt die UN-Kinderrechtskonvention. Die Alleingekommenen stehen zumeist unter großem Druck, der Familie „zuhause“ mit Geld und/oder Organisation der Flucht zu helfen. Die Kinder und Jugendlichen werden oft Brückenbauer, Vermittler zur neuen Umgebung und Stützen der Familie. Sie sprechen als erste die Sprache des Ankunftslandes und gewinnen Orientierung im neuen Raum. Oft fühlen sie sich für die ganze Familie verantwortlich. Sie sprechen zwei bis drei Sprachen und sehen trotz Überforderung, Leid und Stress meist optimistisch in die Zukunft. Sie sind die Helden, die heute die großen Probleme von morgen lösen.

Tomas Wald / Büroleiter
Roma Büro Freiburg e.V.

 

Kontakt: 

Roma Büro Freiburg e.V.
Tel: 0151 46518600
Mail: roma.buero.freiburg@t-online.de

"Fluchtpunkte" - KOMCIWAN Winterakademie

Vom 25. bis 30. Dezember 2014 fand im sonnigen-kalten Cuxhaven die KOMCIWAN-Winterakademie "Fluchtpunkte" statt. Die einzigartige Landschaft des winterlichen Wattenmeers bildete die Kulisse für die Beschäftigung mit wichtigen Themen, die uns alle ganz unmittelbar betreffen.

Thematisch stand neben der kurdischen Kultur hauptsächlich das Thema ,,Flüchtlinge“ im Vordergrund, was vor allem an der aktuellen Situation in Süd- und Westkurdistan liegt. Durch die Präsenz des „IS“ sind zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen. Besonders stark betroffen sind die Jesiden, welche von den Anhängern des „IS“ als ,,Teufelsanbeter“ angesehen und verfolgt werden. Dieser thematische Schwerpunkt wird auch in unserem auf der Akademie vorgestellten Jahresmotto 2015 aufgegriffen: ,,Weg in die Freiheit? Grenzenlos willkommen!"

Den ersten Abend unserer Akademie begannen wir mit einer kurzen Programmvorstellung und mit diversen Spielen zum Kennenlernen. Die folgenden Tage beinhalteten in der ersten Tageshälfte Bildungsseminare zu den Themen ,,Flüchtlingspolitik der EU“, ,,Entwicklung der kurdischen Presse in Nordkurdistan und der Türkei“, ,,kurdische Sprache und Sprachgeschichte“, ,,Antidiskrimierung“ sowie ,,Situation der jesidischen Flüchtlinge“.

In der zweiten Tageshälfte erarbeiteten die Teilnehmer_innen in kleinen Workshops zu verschiedenen Themen Inhalte, welche sie dann am letzten Abend auf kreative Art und Weise präsentierten. Die Teilnehmenden konnten je nach Interesse zwischen verschiedenen Workshops, z.B. zu den Themen ,,Flüchtlingshilfe“, ,,kurdische Sprache“, ,,Govend“, ,,Mitgliedergewinnung“ wählen.
Abgerundet wurde das Programm durch gemeinschaftliches Singen und Tanzen sowie durch zahlreiche Spiele an den Abenden, bei denen die Teilnehmer_innen sich besser kennenlernen und ihrer Kreativität freien Lauf lassen konnten. Schlussendlich können alle auf eine gelungene Winterakademie zurückblicken, auf der sie viel dazu gelernt, viele Bekanntschaften gemacht haben und viel mitnehmen.

Kathrin König / Büroleiterin
Kurdischer Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V.

 

Kontakt:

Kurdischer Kinder- und Jugendverband KOMCIWAN e.V.
Tel: 030 / 684 09 276
Mail: info@komciwan.eu 

www.komciwan.eu

 

 

Aktionsgruppe Save Our Souls

Die Aktionsgruppe Save Our Souls 1915.de wurde 2014 durch den Assyrischen Jugendverband Mitteleuropa e.V. (AJM) gegründet. Durch bundesweite Demonstrationen, Schweigemärsche und Aktionen machen sie auf die Verfolgung und Ermordung von Christen durch die islamischen „IS“-Truppen im Irak und Syrien aufmerksam und setzen sich für eine Schutzzone im Siedlungsgebiet der Minderheiten ein. 

Kämpfen gegen das Vergessen: Im Jahr 2015 jährt sich der Beginn des Völkermords an den Armenier_innen, Assyrer_innen, Aramäer_innen, Chaldäer_innen und Pontos Griech_innen zum 100. Mal. Nach den aktuellen Ereignissen in Syrien und dem Irak durch die Terroristen des sogenannten „IS“ und anderen islamisch-fundamentalen Organisationen geschieht derzeit erneut ein Völkermord vor den Augen der internationalen Weltgemeinschaft. Wieder trifft es die Christen in der Region. Vor unseren Augen wird nicht nur ein ganzes Volk entwurzelt und eine Region entvölkert, sondern auch ein sehr wichtiger Teil unserer Menschheitsgeschichte vernichtet. Auch andere Christen, Eziden und weitere Minderheiten stehen vor der Vertreibung aus ihrer angestammten Heimat und teilen dasselbe Leid. 

Dieses Leid können wir als Aktionsgruppe von Save Our Souls 1915.de nicht aufhalten. Jedoch können wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um den Flüchtlingen Hoffnung zu geben. Auf eine Zukunft  und Rückhalt. Deshalb sammeln wir Spenden, um mit internationalen Hilfsorganisationen vor Ort, wie der Assyrian Aid Society (AAS), die Not der Flüchtlinge zu lindern und sie mit humanitärer Hilfe zu versorgen. Außerdem setzen wir uns auf unterschiedlichste Art und Weise dafür ein, für eine Schutzzone im Siedlungsgebiet der Minderheiten zu werben, damit das Menschheitserbe der Assyrer/Chaldäer/Aramäer und Eziden erhalten wird. Die letzten Verbliebenen, deren Zahl einige Hunderttausende beträgt, haben sich überwiegend in den Norden des Irak und der sogenannten Ninive-Ebene zurückgezogen. Es gehört zum Kernland dieser Urbevölkerung mit einer über 7.000 jährigen Geschichte. Der Schutz durch die kurdischen Peschmerga ist nur eine temporäre Lösung, Übergriffe gab es in der jüngsten Vergangenheit leider häufiger.

„Deshalb ist unsere internationale Forderung die Ninive-Ebene als Schutzzone zu erklären und durch UN-Blauhelme schützen zu lassen. Die Menschen sehnen sich nach Frieden in der Region. Eine Aufstockung von Flüchtlingskontingenten ist nicht die Lösung des Problems. Wir brauchen eine internationale Schutzzone für die Ninive-Ebene!“


Petrus Atalay, Projektleiter von der Arbeitsgruppe Save Our Souls 1915.de.

 

Hier eine Auswahl der bundesweiten Aktionen:

 

SOS-Spendenaktion 
Im Frühjahr haben SOS-Aktivisten ein Waffel- und Infostand in Dortmund und Düsseldorf aufgebaut, um für Flüchtlinge in den Krisenregionen im Nahen Osten wie Irak und Syrien Spenden zu sammeln.
Weiter wurden Passaten hier auch über die Missstände im Nordirak und Syrien und über die Situation der geflüchteten Menschen informiert.

Soforthilfe für das Khabour-Gebiet 
Save Our Souls konnte aufgrund der gesammelten Spenden 5.000 € Soforthilfe für die Flüchtlinge im Khabour-Gebiet zur Verfügung stellen. Die Soforthilfe wird dem sogenannten “Mutwa Amaya d’Matwatet Khabour” (z.dt. Volksrat der Khabour-Dörfer) zur Verfügung gestellt und hauptsächlich für die medizinische Versorgung eingesetzt.


SOS-Medienschulung 
Bei der Medienschulung haben die Jugendlichen von SOS ihren Fokus auf künftige Aktionen gesetzt. Aufgrund der Ereignisse in Khabour/Syrien sehen sie sich in der Pflicht zu handeln. Weitere Themen waren das 100 jährige Gedenken des Völkermords (Seyfo), eine Twitter-Schulung, Presse-Schulung und die Ausweitung humanitärer Hilfe in den Flüchtlingsgebieten.

Kundgebungen
Im August 2014 organisierte SOS – Save our Souls an bundesweit 14 Standpunkten Kundgebungen und Informationsveranstaltungen, bei denen Passanten über die Verfolgung und Ermordung von Christen durch die islamischen „IS“-Truppen aufgeklärt wurden. 

 

Politik und Jugend im Dialog – Das DialogForum

Am 30. September 2015 fand in der Landesvertretung Nordrhein-Westfalen in Berlin das djo-DialogForum "Politik und Jugend im Dialog - Zur Lebenssituation junger Geflüchteter in Deutschland" statt. 150 Gäste aus Politik, NGO´s und zahlreichen Mitgliedsgruppen der djo-Deutsche Jugend in Europa diskutierten intensiv über aktuelle Fragen der Asylpolitik und insbesondere die Herausforderungen für junge Geflüchtete.

An zehn Thementischen kamen die Teilnehmer_innen schnell ins Gespräch, debattierten Problemlagen, formulierten Lösungsvorschläge und Forderungen an die Politik. Für lebendige Kommunikation sorgte ein Team von Moderator_innen aus bundesweiten djo-Gruppen.

Volker Maria Hügel von der Gemeinnützigen Gesellschaft zur Unterstützung Asylsuchender e.V. gab einen umfassenden Einblick in die rechtliche Situation minderjähriger, unbegleiteter Geflüchteter. Eine inhaltliche und kreative Auseinandersetzung mit dem Thema Teilhabe wurde durch Live-Auftritte, Ausstellungsexponate und Filmbeiträge sichtbar:

Ein großes Dankeschön an Break-Chance aus Sachsen-Anhalt, das Roma Büro Freiburg, Komciwan Bremen, die Jugendgruppe grenzenlos des djo-Landesverbands Bayern, an den djo-Landesverband NRW, das Filmprojekt „heimsuchungen“ und das Projekt meinungsmacher.in des djo-Landesverbands Berlin.

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Ergebnisse der Diskussionsrunden

Moderationsworkshop in Berlin

Förderer und Kooperationspartner

 

Junge Geflüchtete in Deutschland

Junge Geflüchtete in Deutschland

Ein junges Filmteam des Berliner Medienprojektes meinungsmacher.in. hat am 30.09.2015 im Rahmen des djo-DialogForum in der Landesvertretung NRW Stimmen von Teilnehmer_innen eingefangen und ihre Erfahrungen und Meinungen sichtbar gemacht.
 

Vielen Dank an Alexandra Krioukuv, Alicia Bastron, Ernesto Bagit, Enrico Molinski, Volker Hoffmann und das Team der meinungsmacher.innen Maria Degenstein und Torsten Fischer.
 

Moderationsworkshop in Berlin

Vom 13.-15.9. trafen sich fünfzehn Engagierte aus bundesweiten Jugendorganisationen in Berlin, um sich als Moderator_innen für die Diskussionstische des DialogForums ausbilden zu lassen. Fragetechniken, Präsentationsübungen, und Konfliktmanagement standen ebenso auf dem Programm wie Methoden zur Seminargestaltung und Veranstaltungskonzeption. Fazit: Kenne dein Publikum, glaube an deine Authentizität, bereite dich bestmöglich vor….und hole dir konstruktives Feedback!

Assyrischer Volkstanz in Berlin

Sonntagabend in Berlin-Schöneberg. Aus dem geöffneten Fenster eines Nachbarschaftzentrums schallt mitreißende Musik. Die Jugendgruppe des AJM e.V. (Assyrischer Jugendverband Mitteleuropas) lädt hier wöchentlich zum Tanzworkshop ein. Mit dabei sind junge Berliner_innen  aus assyrischen Familien und Jugendliche, die in den letzten Monaten aus Syrien geflüchtet sind. Hier finden sie vertraute Klänge. Assyrischer Volkstanz steht auf dem Programm. Manche Schritte sind neu, wie so vieles im Leben der jungen Leute. Die gemeinsame Sprache verbindet – Kontakt Vernetzung und Unterstützung entsteht. Beim anschließenden Tee werden neue Aktionen geplant, Freundschaften gepflegt und immer wieder ernste Themen diskutiert: Viele Verwandte sind im Kriegsgebiet in Gefahr, die Familien zum Teil in der ganzen Welt verstreut. Sonntagabend in Schöneberg: Ein kleines Stück Heimat in der Fremde. 

Assyrischer Jugendverband Mitteleuropas e.V. 
 

Kontakt:

AJM e.V.
Tel: +49 (0) 5251 2843040
Mail: info@ajm.qolo.de

www.quolo.de

Filmprojekt „Der Teufelsweg“

Junge Filmemacher_innen aus Afghanistan, Deutschland und dem Libanon produzierten im Sommer 2015 den Kurzfilm „Der Teufelsweg“. Ihr Blick auf Flucht und Ankommen zeigt eine generationsübergreifende Erfahrung: Immer wieder müssen Menschen ihre Heimat verlassen, gefährliche Wege beschreiten und um Anerkennung ringen. 

Der Film ist auf Vimeo zu sehen: https://vimeo.com/158754931

 

Das Projekt wurde unterstützt vom Fonds Soziokultur und Alex TV.

 

 

Ergebnisse der Diskussionsrunden

Am 30.9.15 haben wir mit Politiker_innen und Multiplikator_innen über die aktuelle Situation junger Geflüchteter in Deutschland diskutiert. Das sind unsere Ergebnisse. 

"Save our souls" Interview mit Rani

"Save our souls" Interview mit Rani

Interview von Antonia Goldhammer mit Rani Al Dano aus dem Irak anlässlich der Spendenaktion „Save our souls“ in München, im Frühjahr 2015. Eine Aktion des Assyrischen Jugendverband Mitteleuropas, AJM e.V.

 

Kontakt:

SAVE OUR SOULS – 1915.de e.V.
E-Mail: info@1915.de
www.1915.de

Jugendgruppe „grenzenlos“ am Bodensee

Gestrandet am Bodensee: Für manche ein Urlaubsparadies, für andere Zwischenstation im Übergangsheim. 20 Jugendliche aus den aktuellen Krisenregionen der Welt versuchen zwischen Kuhweide und Segelstrand ein neues Leben zu beginnen. Weit weg die Familie, kaum jemand der die eigene Sprache spricht. Die ehrenamtlichen Organisator_innen der Jugendgruppe „grenzenlos“ nehmen Kontakt auf – wer möchte einen Ausflug machen, braucht Unterstützung, möchte Leute kennenlernen? Die Gruppe bietet einen Anker im oft tristen und komplizierten Alltag – hier kann man einfach jung sein. Zusammen tanzen, kochen, lachen und die deutsche Sprache ausprobieren. Ein Höhepunkt in diesem Sommer das Zeltlager am Fluss – lange Abende am Lagerfeuer, Workshops, Gemeinschaft erleben und den nächsten Highlight vorbereiten: Eine Reise nach Berlin zum DialogForum am 30.9.15. 

Kontakt: 

djo-Landesverband Bayern
Tel: 089/821 27 62
Mail: djo-bayern@t-online.de

Förderer und Kooperationspartner

Das DialogForum wird von Erasmus + und Berlin Impuls gefördert und in Kooperation mit der Landesvertretung NRW in Berlin durchgeführt.

 

 

 

Junge Jesiden in Niedersachsen

Seit dem Frühjahr 2014 arbeitet der djo-Landesverband Niedersachsen mit der Jugend- und Familieninitiative Ciwan e.V. zusammen. Die Mitglieder dieser kurdischsprachigen Gruppe sind vor einigen Jahren nach Deutschland geflüchtet und gehören der religiösen Minderheit der Jesiden an. 

Gemeinsam beantragten wir erfolgreich ein Jugendprojekt im Rahmen des BMBF-Programms „Kultur macht stark – Jugendgruppe erleben“, mit dem die Herkunftskultur im Wohnraum Garbsen bei Hannover lebendig erhalten und an die junge Generation weitergegeben werden soll. 
Die Geschehnisse des letzten Jahres bezüglich der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Jesiden im Nordirak durch den „IS“ hat bei der Gruppe tiefe Spuren hinterlassen, da viele von Ihnen Angehörige im Krisengebiet haben. 

Im Zuge dessen wurde die für den Sommer geplante Jugendkulturwoche auf den Winter verlegt und war geprägt von den Eindrücken der Gewalttaten. Die Maßnahmen (Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung einer Jugendkulturwoche mit Tanz, Theater und Musik aus der kurdischen Herkunftskultur) haben das Ziel, den Jugendlichen mit Migrationshintergrund die gesellschaftliche Teilhabe durch die Jugendverbandsarbeit aufzuzeigen und sie für ein Engagement im Verein Ciwan e.V. zu motivieren. Die Gruppe der 14- bis 18-Jährigen soll durch die jährlich stattfindende Kulturwoche positiv in ihrer Identität gestärkt werden und sich mithilfe der erarbeiteten Ergebnisse, die jeweils abschließend im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung präsentiert werden, als ein wichtiger Teil der Gesellschaft empfinden. Langfristig sollen sich die Teilnehmenden mitverantwortlich an den verschiedenen Jugendgruppenangeboten beteiligen. Sie können somit als entscheidende Multiplikator_innen wirken und dabei helfen, Hemmschwellen abzubauen. Während der Jugendkulturwoche werden im Rahmen von Workshops die Proben innerhalb der Disziplinen Tanz, Theater und Musik unter fachlicher Anleitung durchgeführt. Die kurdische Kultur soll in Ansätzen durch die Projektwoche vorgestellt und erlebt werden. Dies soll dazu beitragen, dass die Jugendlichen die Bindung zur Kultur ihres Herkunftslandes aufrechterhalten und als Bereicherung für die Aufnahmegesellschaft erkennen. Neben den tagsüber durchgeführten Proben finden zwei kurdische Themenabende statt. Im Rahmen einer Abschlussveranstaltung werden die Ergebnisse der jeweiligen Kulturwoche in Räumlichkeiten mit Bühne für die Öffentlichkeit dargeboten und sowohl kurdische als auch einheimische Bürger der Stadt Garbsen zur Präsentation und interkulturellen Begegnung eingeladen. Es ist beabsichtigt neben dem Ziel „Aufrechterhaltung der kurdischen Kultur“ dazu beizutragen, dass diese Aktivitäten die Verständigung zwischen Deutschen und Kurden nachhaltig positiv beeinflussen! Gemeinsame interkulturelle Aktivitäten der kurdischen und einheimischen Garbsener stehen dabei im Fokus als angestrebtes, zukünftiges Ziel.

Ciwan e.V. selbst initiierte im Oktober 2014 eine Friedensveranstaltung in Garbsen, um ein Zeichen des Miteinanders und der Toleranz zu setzen. Vertreter_innen von vier Religionsgemeinschaften (Jesiden, Bahai, Muslime und Christen) kamen zusammen sprachen und sprachen jeweils ein Gebet. Garbsens damaliger Bürgermeister Alexander Heuer rief dazu auf, den geflüchteten Menschen leer stehende Wohnungen zur Verfügung zu stellen. 

 

Antje Sablotny / Bildungsreferentin
djo-Deutsche Jugend in Europa,
Landesverband Niedersachsen e.V.

 

Kontakt: 

djo-Landesverband Niedersachsen
Tel: 0511-96513-10
Mail: info@djo-niedersachsen.de

www.djo-niedersachsen.de