Grenzenlos gemeinsam singen

Vielerorts haben sich in den letzten zwei Jahren interkulturelle Chorinitiativen gegründet, die die Verständigung von Einheimischen und jungen Geflüchteten zum Ziel haben. Auch das jüngste Mitglied des djo-Landesverband Sachsen „Singasylum“ ist so eine Initiative. Die mittlerweile seit fast zwei Jahren bestehende Chorinitiative in Dresden hat das Ziel, geflüchtete Menschen mit ihren Dresdner Nachbar_innen auf Augenhöhe zusammenzubringen und über das gemeinsame Einstudieren von Liedern aus aller Welt einen wichtigen Gegenpol zu der seit langem bestehenden fremdenfeindlichen Stimmung in Dresden zu schaffen.
 
Die von Studierenden ins Leben gerufene Initiative lädt immer montags und donnerstags zu gemeinsamen Chorproben ein und organisiert Auftritte auf verschiedensten Veranstaltungen. Zu den Teilnehmer_innen gehören Menschen aus den unterschiedlichsten Nationen, darunter Somalia, Syrien, Deutschland, Afghanistan, Eritrea, Russland, Palästina und Irak sowie unterschiedlichste Altersgruppen. Obwohl im Chor nicht nur Menschen jeglicher Herkunft sondern auch jeden Alters willkommen sind, versteht sich „Singasylum“ als Jugendinitiative, da es die Jugend ist, die das Projekt gegründet und vorangetrieben hat. Auch über das Singen hinaus ist die junge Initiative gemeinsam aktiv. So gab es im letzten Jahr regelmäßig gemeinsame Freizeitveranstaltungen, die die Gruppe noch fester verbunden haben. Inzwischen übernehmen viele der jungen Geflüchteten selbst Verantwortung und arbeiten aktiv im Orgateam mit, wenn es darum geht, Veranstaltungen vorzubereiten, Flyer zu übersetzen oder neue Teilnehmer_innen zu gewinnen.
 
Ziel des Projektes war es, eine Chorbegegnung zu gestalten, bei der die Dresdner Chorinitiative Singasylum nach Leipzig fährt und mit dem Interaction Chor in Leipzig einen intensiven Tag des Austauschs, gemeinsamen Singens und Lernens gestaltet. Der Interaction Chor in Leipzig ist ebenso ein interkulturelles Chorprojekt, an dem viele junge Geflüchtete beteiligt sind und der ähnliche Ziele wie Singasylum verfolgt. 
 
16 junge Engagierte der Dresdner Chorinitiative Singasylum reisten gemeinsam mit der Jugendbildungsreferentin des djo-Landesverbands Sachsen nach Leipzig und trafen dort den Leipziger Chor. Nach einer gegenseitigen Vorstellung der Vereine Interaction e.V. und djo-Deutsche Jugend in Europa sowie einer Vorstellung der beiden Chöre durch die jeweiligen Chorleiter wurde mit Hilfe von Kennenlernmethoden für Großgruppen ein gegenseitiges Kennenlernen der jeweiligen Chormitglieder ermöglicht. In einem anschließenden Inputgespräch wurden die Möglichkeiten der außerschulischen Jugendarbeit und der Jugendverbandsarbeit in Deutschland erklärt und näher erläutert, wie junge Geflüchtete selbst aktiv werden und sich gesellschaftlich engagieren können. Während des restlichen Nachmittags stand das gemeinsame Singen im Vordergrund. Jeder der vier Chorleiter_innen leitete dabei eine Chorprobe an. So konnten die Chöre das Repertoire des jeweils anderen Chores kennenlernen und die unterschiedlichen Leitungsstile der Chorleiter erleben. Daran anschließend stimmten die Chormitglieder immer wieder neue Lieder an, die für den jeweils anderen Chor teils bekannt, teils aber auch völlig neu waren. Auch selbst komponierte Lieder wurden dem jeweils anderen Chor präsentiert. Ein gemeinsamer Spaziergang zum Soziokulturellen Zentrum „Das Japanische Haus e.V.“ sowie das dortige Abendessen und improvisierte Musizieren rundeten den ersten Tag der Begegnung ab. Für den zweiten Tag war ein gemeinsames Kultur- und Freizeitprogramm in Leipzig geplant. Insbesondere die jungen Engagierten aus Dresden nutzten die Möglichkeit, während eines Stadtrundgangs und eines Besuchs des Leipziger Panometers die neue Stadt kennenzulernen. Am Nachmittag erfolgte die Rückreise nach Dresden. 
 
Für 2018 ist eine Rückbegegnung mit dem Besuch des Leipziger Chors in Dresden geplant. 
 
Kontakt
djo-Deutsche Jugend in Europa,
Landesverband Sachsen e.V.
Tel: 0351 / 796 707 50
E-Mail: info@djo-sachsen.de